«Auch Überwachungs-Software bedroht Freiheit im Internet»

Nicht nur Staaten beschneiden die Freiheit im Netz. Sondern auch Unternehmen von Überwachungs-Programmen. Mit der Software legen sie repressiven Regimes eine Waffe gegen Aktivisten in die Hand, kritisiert die Journalisten-Vereinigung Reporter ohne Grenzen.

Chinese im Internet-Café

Bildlegende: China überwacht seine Bürger, um eine Wiederholung des «Arabischen Frühlings» zu verhindern. Keystone/symbolbild

Reporter ohne Grenzen hat in diesem Jahr erstmals auch Hersteller von Überwachungssoftware zu «Feinden des Internets» erklärt. Die Firmen entwickelten Produkte, die autoritäre Regimes zur Verletzung von Menschenrechten und der Informationsfreiheit nutzten, lautet der Vorwurf der Journalisten-Vereinigung.

«Digitale Waffen»

Repressive Staaten wie Syrien oder Bahrain könnten mit Hilfe der Programme Bürgerrechtler, Blogger und Journalisten ausspionieren. Die Software werde auf Computern und Handys installiert, beispielsweise über verseuchte E-Mail-Anhänge. Die Vorwürfe beruhen auf Recherchen von Reporter ohne Grenzen sowie Hinweisen von Aktivisten und Partnerorganisationen in betroffenen Ländern.

Zwar könne auch die Polizei von solchen Softwares profitieren. Doch in der Hand autoritärer Regimes würden sie zu «digitalen Waffen».

In der Vergangenheit wurden vor allem repressive Staaten als «Feinde des Internets» gegeisselt. Sie beschränkten die Informationsfreiheit massiv, heisst es im Bericht anlässlich des Welttages der Internetzensur.

Top Five der Staaten und Firmen 2012

StaatenBahrainChinaIranSyrienVietnam
FirmenGammaTrovicorHacking TeamAmesysBlue Coat

«Feinde des Internets»

Anlässlich des Welttages der Internet-Zensur hat die Vereinigung Reporter ohne Grenzen fünf Länder und fünf Firmen zu «Feinden des Internets» erklärt.