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Panorama Aufgeflogen: Schummel-Fleisch fehlt der Schimmel

Bündnerfleisch ist nicht gleich Bündnerfleisch: Das musste jedenfalls die deutsche Zollstelle in Singen feststellen. Eine Schweizer Firma hat über mehrere Monate beim Fleisch geschummelt. Nun droht ihr eine saftige Nachzahlung.

Über eine Viertelmillion Euro muss die Schweizer Firma wohl beim deutschen Hauptzollamt in Singen abliefern. Im Laufe mehrerer Monate hatte sie rund 42 Tonnen angebliches Bündnerfleisch nach Deutschland eingeführt. Der Wert: 880'000 Franken.

Weil Bündnerfleisch als hochwertiges Lebensmittel gilt, konnte die Firma Zollbefreiung beanspruchen.

Doch das war es mitnichten, wie sich jetzt herausstellt. Die Untersuchung im Labor macht klar: Es ist nur gewöhnliches getrocknetes Rindfleisch. Und somit keineswegs zollfrei. Bündnerfleisch muss nämlich zwingend eine dünne Schicht Edelschimmel aufweisen. Dies hält das Pflichtenheft «Bündnerfleisch» des Bundes fest.

Legende: Video «alt Bundesrat Merz und das Bündnerfleisch» abspielen. Laufzeit 1:53 Minuten.
Vom 20.09.2010.

«Bü, bü, Bündnerfleisch»

Die komplizierten Importregelungen für Bünderfleisch wurden bereits alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz zum Verhängnis. Während der Herbstsession 2010 musste er sich im Nationalrat zu Zollfragen äussern. Mit heiteren Folgen.

13 Kommentare

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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    Der entstehende Edelschimmel (poblemlos essbar) wird häufig vor der Konfektionierung (Zuschneidung für den Verkauf) entfernt. Die Frage stellt sich lediglich, ob der Edelschimmel vor dem Verkauf entfernt wurde, oder ob er gar nie existiert hat, weil nicht nach Pflichtheft gearbeitet wurde. Was ich hier in sämtlichen Medien lese, ist exakt den gleichen verurteilenden Text, aber keine wirkliche Recherche, wie der Sachverhalt wirklich ist. So ganz nach dem Motto, hauptsache es schadet der CH.
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    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Wenn Sie schon mehrere Medien gelesen haben - und überall finden sie die selbe Info: "Die Untersuchung im Labor machte klar: Es handelte sich nicht um echtes Bündnerfleisch, sondern um gewöhnliches getrocknetes Rindfleisch", dann sollte der Betrug auch Ihnen klar sein. Diese Betrüger schaden doch noch obendrein den CH Erzeugern des echten Produkts. Ihr letzter Satz lässt an Paranoia denken - über all und bei jedem kleinsten Furz wird "Verschwörung" gegen das Heidiland gewittert.
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    2. Antwort von W. Helfer, Zürich
      Ich habe nicht von Info gesprochen, sondern von abgeschrieben Texten, ohne Recherchen. Meine Ergänzung dazu wird anscheinend absichtlich zurückgehalten. Haben Sie denn die Stellungnahme des Produzenten oder der Zertifizierungsstelle schon gehört? Ich nicht! Und ich urteile erst dann, wenn ich diese Seite auch gehört habe!
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    3. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Der "Südkurier" schreibt von einer Pressekonferenz des Zollamtes ... wo das den Medien verkündet wurde. Die Gauner sind aufgeflogen und werden wohl kaum eine Stellungnahme abgeben! PS: um den Unterschied zwischen Bündner- und sonstigem getrockneten Rindfleisch zu schmecken: geht in einen Türkenladen und dort findet ihr gutes, aber normales getrocknetes Rindfleisch - ist aber lange nicht mit dem aus dem originalen aus dem Bündnerland zu vergleichen.
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    4. Antwort von W. Helfer, Zürich
      Wenn es sich wirklich um Betrug handelt, soll die Firma beim Namen genannt werden, da es ansonsten dem Produkt und den ehrlichen Produzenten WIRKLICH schadet! Das hat mit Paranoia rein gar nichts zu tun. Mit dieser Berichterstattung steht einfach mal das Bündnerfleisch und deren Produzenten unter Generalverdacht! Aber das finden Sie wohl ok.
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    5. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      W. Helfer, Sie wissen doch, dass mutmassliche Delinquenten nicht mit Namen genannt werden dürfen! Wenn Sie meinen, ich fände es OK, wenn die Bündnerfleischproduzenten unter Generalverdacht gestellt würden, dann wäre es angebracht, meinen Post von 13.21 nochmals zu lesen ... Keine Ahnung weswegen Sie sich wegen der Berichterstattung so echauffieren - nur nackte Tatsachen.
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    6. Antwort von W. Helfer, Zürich
      Das ist mir aber ganz neu, dass mutmassliche Deliquenten nicht beim Namen genannt werden dürfen. Es kommt wohl eher darauf an, aus welcher Ecke die mutmasslichen Anschuldigungen kommen.
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    7. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Aber W. Helfer, Sie sind doch täglich auf SF online ... und da sollte Ihnen dieser Sachverhalt doch schon klar und bekannt sein. Das hat wirklich nun nichts mit Eurer Stammtischtheorie zu tun. Täter dürfen auch nur mit schwarzen Balken oder verpixelt abgebildet werden.
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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Seit wann ist Schimmel am Bündnerfleisch? Und warum ist es weniger Qualitativ wenn es keinen Schimmel hat? Was soll diese Korinthenkackerei bitte? Ich hatte hier im Coop und Migros noch nie Bündnerfleisch mit Schimmel gesehen, beteutet das, dass wir hier in der Schweiz nur das Abfallprodukt haben, und das beste wie auch bei Käse exportieren???
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    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      "Bündnerfleisch ist eine Rohpökelware, hergestellt aus Stotzenfleisch von Tieren der Rindergattung. Das Produkt ist rechteckig, von fester Konsistenz und tiefroter Farbe im Innern. Auf der Oberfläche bildet sich im Verlaufe der Reifung (Trocknung) Edelschimmel, der vor der Konfektionierung regel-mässig entfernt wird." Quelle: Plichtenheft PDF (ist rasch im Netz zu finden - das mit dem Schimmel war mir auch neu, hat aber nichts mit Korinthenkackerei zutun, sondern ist eine Frage der Qualität)
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  • Kommentar von Jakob Hasenfratz, Wiesendangen
    Es stellts nun die Frage: Welche Qualität Bünderfleisch erhalten wir für teures Geld?
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