Auftakt zur Stierhatz in Pamplona

Mehrere Tage lang werden in der nordspanischen Stadt Pamplona wieder Kampfstiere durch die engen Gassen getrieben. Ein Spektakel, das oftmals nicht nur für die Tiere blutig endet. Schon jetzt hat das Traditionsfest vier Verletzte gefordert.

Männer rennen vor Stieren davon.

Bildlegende: Die Stiertreiben sind Teil der alljährlich stattfindenden Feiern zu Ehren des Schutzheiligen der Region Navarra. Keystone

Die Stierhatz in Pamplona hat Tradition: Wie in jedem Jahr werden auch heuer beim Volksfest in San Fermín wieder Stiere durch die Gassen getrieben. Hunderte Läufer flüchten entlang der knapp 850 Meter langen Stadtstrecke vor den schnaubenden Bullen – manchmal ohne Erfolg.

Zum Auftakt des diesjährigen Stiertreibens wurden vier Menschen verletzt. Einer Person wurde von einem Bullen der Oberschenkel durchbohrt, wie das Rote Kreuz mitteilte.

Tödliches Spektakel

Das Fest zieht jedes Jahr hunderttausende Besucher aus dem In- und Ausland an. Vor allem junge Männer, die sich mit Sangria und Wein Mut antrinken, suchen in den Strassen Pamplonas den Nervenkitzel.

Seit 1911 kamen bei dem Fest 15 Menschen ums Leben, allein im vergangenen Jahr wurden 50 Teilnehmer ins Spital eingeliefert. Zuletzt erlitt ein 27-jähriger Spanier vor vier Jahren tödliche Verletzungen, als ein Stier ihm die Hörner in Nacken, Herz und Lunge rammte.

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Pamplona – Impressionen eines alljährlichen Festes

1:03 min, aus Tagesschau am Mittag vom 6.7.2010

Die etwa 500 Kilogramm schweren Tiere werden am Ende des umstrittenen Spektakels schliesslich bei Stierkämpfen getötet.

Tierschützer empört

Am Wochenende protestierten rund 200 Tierschützer gegen die Veranstaltung. «Du läufst. Stiere sterben» war bei einer Kundgebung auf Plakaten in diversen Sprachen zu lesen. Die Demonstranten hielten auf einem Platz eine «symbolische Beerdigung» für die 48 Bullen ab, die in der Festwoche bei den abendlichen Stierkämpfen von Toreros getötet werden.

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