Australien will den Katzen an den Kragen

Australien hat wilden Katzen den Kampf angesagt, weil sie die Artenvielfalt des Landes dramatisch verringern. In den nächsten fünf Jahren sollen zwei Millionen Katzen vergiftet oder erschossen werden.

Symbolbild: Katze auf einem Maschendrahtzaun.

Bildlegende: Wildkatzen machen in Australien grosse Probleme. Nun sollen zwei Millionen von ihnen getötet werden. Keystone Archiv

Insgesamt gibt es nach Schätzungen 30 Millionen wilde Katzen in Australien. Nun sollen in den nächsten Jahren zwei Millionen von ihnen getötet werden – weil sie zu viele Wildtiere töten. Die Katzen seien mitverantwortlich für das Aussterben von 27 Säugetierarten, 120 weitere Arten seien von ihnen bedroht, sagte Umweltminister Greg Hunt.

Fünf Inseln sowie zehn Gebiete auf dem Festland sollen als Sicherheitszonen ganz von Katzen befreit werden. Dazu wollen die Behörden Köder und Fallen auslegen. Katzenhalter werden aufgefordert, ihre Tiere kastrieren und sie nicht nach draussen zu lassen.

Katzen haben kaum Feinde

Kritik an der Aktion kommt etwa vom Umweltinstitut der Deakin-Universität. Demnach seien Gift und Fallen oft nicht wirksam. Besser sei es, natürliche Feinde der wilden Katzen einzusetzen, etwa Dingos oder das Beuteltier Tasmanischer Teufel.

Diese Aussage unterstützt auch SRF-Korrespondent Urs Wälterlin in Canberra: «Langfristig müssen sich natürliche Feinde der Katzen wie der Wildhund Dingo wieder besser verbreiten können.» Bisher seien die Katzen vor allem von Naturschutzorganisationen bekämpft worden. Mitglieder dieser Organisationen seien in der Nacht mit Fallen und Gewehren unterwegs, um verwilderte Katzen zu töten. «Aber das ist natürlich Sisyphus-Arbeit.»

Von den Weissen eingeschleppt

Die Katzen kamen schon 1788 mit den ersten Sträflingsschiffen auf den australischen Kontinent. Seither hätten sie sich wie die Kaninchen vermehrt, weiss Wälterlin zu berichten. Auch die Kaninchen gehören übrigens zu den eingeführten Tierarten, welche die einheimische australische Flora oder Fauna zerstören.