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Panorama Bahnunterbruch zwischen Olten-Zürich und Lausanne-Genf am Morgen

Eine defekte Fahrleitung beeinträchtigte am Morgen bis Mittag den Bahnbetrieb zwischen Olten und Zürich. Verspätungen und Umleitungen waren die Folge. Auch in der Westschweiz sorgte eine Fahrleitungsstörung für Probleme.

Legende: Video Störungen im Bahnverkehr abspielen. Laufzeit 2:19 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 03.07.2015.

Eine defekte Fahrleitung zwischen Othmarsingen und Lenzburg im Kanton Aargau hat am Morgen um 7:30 Uhr den SBB-Zugverkehr im Mittelland stark beeinträchtigt. Wegen der heruntergerissenen Fahrleitung blieben zwei Züge stehen und mussten mit den Passagiere daraufhin nach Lenzburg respektive Othmarsingen abgeschleppt werden.

Die ganze Evakuierungsaktion dauerte rund zwei Stunden. Während dieser Zeit mussten mehrere hundert Passagiere in grosser Hitze ausharren, wie ein SBB-Sprecher auf Anfrage sagte. Klimaanlage und Lüftung funktionierten wegen des fehlenden Stroms nicht mehr. Ein Notstromaggregat sorgte lediglich dafür, dass Durchsagen möglich waren und die Notbeleuchtung im Zug funktionierte.

Karte von Google
Legende: Zwei Züge wurden Lenzburg und Othmarsingen abgeschleppt. Google

Aussteigen durfte während der Abschleppaktion niemand. Aufgrund der herunterhängenden Fahrleitung wäre das lebensgefährlich gewesen, wie der Sprecher sagte. Die SBB bedaure die Unannehmlichkeiten ausserordentlich.

Verschiedene Fernverkehrszüge zwischen Olten und Zürich wurden umgeleitet. Zudem fielen zahlreiche Regionalzüge aus. Die SBB stellte Ersatzbusse bereit.

Ab 10 Uhr war die Strecke dann zunächst einspurig befahrbar. Um 13 Uhr, als die Fahrleitung wieder repariert war, konnten dann wieder beide Spuren für den Zugverkehr freigegeben werden.

Weitere Fahrleitung heruntergerissen

Am Abend kurz nach 20 Uhr wurde auf der gleichen Strecke erneut eine Fahrleitung heruntergerissen. Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen bestehe, sei noch unklar, sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig auf Anfrage.

Die Züge von Olten nach Zürich verkehrten mit rund 15 Minuten Verspätung, in die andere Richtung fuhren sie normal.

Totalunterbruch in der Westschweiz

Gedulden mussten sich auch Reisende in der Westschweiz, wo es am Morgen zwischen Lausanne und Genf zu einem zweistündigen Totalunterbruch kam. Ursache war auch in diesem Fall eine Fahrleitungsstörung, und zwar beim Bahnhof von Allaman (VD).

Gegen 10 Uhr war die Strecke zwischen Lausanne und Genf wieder einspurig befahrbar. Die Passagiere eines Interregio, der in Allaman feststeckte, wurden mit Trinkwasser versorgt.

Ausserdem wurden rund fünfzig Taxis bestellt für Passagiere, die zum Flughafen Genf mussten. Auch Ersatzbusse standen zur Verfügung. Die Reparaturarbeiten gestalteten sich aufwändig, wie der Sprecher weiter sagte. Sie dauerten deshalb den ganzen Nachmittag an.

Die Ursachen für die beiden Störungen sind laut Sprecher noch unbekannt. Hitze als Grund könne man jedoch ausschliessen. «Eine Fahrleitungsstörung kann zu jeder Jahreszeit passieren.»

5 Kommentare

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  • Kommentar von P.Fetz, Zürich
    Ich fahre seit 3Jahren diese Strecke aber es wird jedes Jahr immer schlimmer mit unterbrüchen und kaputten Zügen!Gerade letste woche ist die gleiche Strecke unterbrochen gewesen wegen Gleisbruch und dann ist die Lok noch kaputt gegangen! Nicht 1std. bis nach Hause sondern 3.5std. Heute Morgen war es 30 min mehr und das ohne Klimaanlage und als der Zug stand auf der Strecke könnte man die Scheiben einschlagem,so heiss!Aber jedes Jahr mehr zahlen für mehr Ausfälle der Züge und der Infrastruktur!;
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  • Kommentar von jc heusser, erstfeld
    Störungen sind sicher ein Ärgernis im täglichen Pendleralltag aber nur bedingt vermeidbar bei der heutigen Fahrplandichte! Was mich aber noch mehr stört sind "gewisse tägliche Pendler" wie gestern Abend im IR von Zürich HB nach Locarno. Die letzten drei Wagen des Zuges waren älterer Bauart aber Klimatisiert . . . (könnte man meinen) wenn nicht so "hirnlose" die Fenster beidseitig aufgerissen hätten um die Hitze von ca.34C° in den Wagen strömen zu lassen ! ! !
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    1. Antwort von M. Hediger, Aarau
      Es gibt viele Reisende, die sich grossartig vorkommen, mit "die Fenster beidseitig aufgerissen" unterwegs zu sein bei grosser Hitze. Man staunt hinterher, wenn man feststellen muss, dass man eine Blasenentzündung erwischt hat, bei dem heissen Wetter. Den Durchzug geniessen viele bei der Hitze. Die Gesundheit interessiert niemanden.
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  • Kommentar von Stefano Gigon, Biel
    Regelmäßig sind auf der Strecke nach und von Genf in letzter Zeit nur die Pannen. Fahrleitungsstörungen wegen hohen Temperaturen? Ist die SBB überfordert, um dieses (Material-?)Problem in den Griff zu bekommen? Oder soll man ab 30℃ doch lieber wieder aufs zuverlässige Auto umsteigen?
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