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Panorama Beerdigung im Stil von «Der Pate» für italienischen Mafia-Boss

In Italien hat eine pompöse Beerdigung für Vittorio Casamonica Kritik ausgelöst. Zum Begräbnis ertönte die Musik von «Der Pate».

Der Sarg des 65-Jährigen Vittorio Casamonica lag in einer goldverzierten Kutsche und wurde von schwarzen Pferden zur Don Bosco-Kirche gezogen. Dazu regnete es Rosenblätter aus einem Helikopter. An der Begräbnisfeier ertönte die Musik des Mafiafilms «Der Pate». Casamonica gehörte zu einem Clan, dessen Mitglieder unter anderem wegen Drogenhandels und Geldwäsche angeklagt worden waren.

Die pompöse Beerdigung löste in Italien Kritik aus. Es sei alarmierend, wenn mit einem solchen Begräbnis die Macht der Unterwelt zur Schau gestellt werde, sagte Rosy Bindi, die Präsidentin der parlamentarischen Anti-Mafia-Kommission.

Roms Stadtpräsident Ignazio Marino nannte es unerträglich, dass die Beerdigung für die Vermittlung mafiöser Botschaften benutzt wurde. Auf Postern vor der Kirche war zu lesen: «Vittorio Casamonica-König von Rom», oder «Du hast Rom erobert, nun eroberst du das Paradies».

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Christophe Bühler, 8135 Langnau am Albis
    Die Kirche klaut mit der Kollekte und legitimiert sich durch den Glauben. Der Staat klaut durch Steuern und ist durch die Verfassung legitimiert. Die Mafia klaut in allen Wirtschaftsbereichen und legitimiert sich durch einen schwachen, korrupten Staat und die Gier der Menschen reich zu werden.
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  • Kommentar von G.Beretta, Bern
    Und weil der Vatikan und die Mafia "verbunden" sind, ist der Fall von Enrico de Pedis erwähnenswert. Auf der Suche nach dem verschwundenen Mädchen Emanuela Orlandi wurde in Rom das Grab der im 1990 erschossenen Mafioso de Pedis geöffnet. Doch der Gangster lag allein in der Gruft. de Pedis war in einer Nebenkammer der Krypta der Kirche Sant' Apollinare begraben!!!! Der Papst donnert zwar gegen die Mafia, aber die Kirche hat sich von der Mafia nie distanziert, im Gegenteil.
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  • Kommentar von G.Beretta, Bern
    @SRF NICHT ZU VERGESSEN!!! dass die gleiche Kirche im 2006 Herrn Welby die Beerdigung verweigerte! Welby litt seit dem Alter von 18 Jahren an einer unaufhaltsam fortschreitenden Muskelschwäche. Seit 1997 wurde er allein durch künstliche Beatmung am Leben gehalten. Er hatte vergeblich vor Gericht um sein Recht auf Sterbehilfe gekämpft. Gleichzeitig wurde in Chile Diktator Pinochet kirchlich bestattet! Die Kirche toleriert Mord und Drogenhandel aber nicht die Euthanasie!
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