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Panorama Bettina Spoerri gibt Solothurner Literaturtage auf

Vor knapp zwei Monaten leitete die Buchautorin ihre ersten Solothurner Literaturtage – mit Erfolg: Sie konnte einen Publikumsrekord verbuchen und erntete gute Kritiken. Nun gibt sie ihr Amt überraschend ab.

Bettina Spoerri
Legende: «Viele Köche verderben den Brei»: Offenbar war die Mitsprache Vieler ein Grund für Spoerris Rücktritt. Keystone

Publikum, Autoren und Vertreter aus der Literaturbranche lobten, dass sie Altbewährtes fortsetze und gleichzeitig auch neue Akzente setze.

Trotzdem gibt Bettina Spoerri die Leitung der Solothurner Literaturtage nach nur einem Jahr ab. Funktion und Kompetenzen der Leitung seien von Vorstand und Vereinsversammlung nie richtig definiert worden, sagte Spoerri zu «Echo der Zeit».

«Ich will hier auch keine Schlammschlacht anfangen, aber es gibt einfach unhaltbare Zustände hinter den Kulissen», erklärte Spoerri weiter. Dies sei in einer solchen Position schwierig psychisch und physisch auszuhalten – und gleichzeitig müsse man professionell arbeiten.

Es sei eben schwierig, wenn 20 Leute diskutieren würden, wie die Funktion aussehen solle, während man daran sei, ein Festival zu organisieren, erklärte die Literaturwissenschaftlerin weiter.

Geschäftsleitung will Rücktritt analysieren

Franco Supino, Mitglied der Geschäftsleitung der Solothurner Literaturage, ist vom Rücktritt überrascht und bedauert ihn. Auch Spoerris Feststellung, dass Funktion und Kompetenzen nie richtig definiert worden seien, erstaunt Supino.

«Die Leitung der Literaturtage gibt einem sehr viel Freiheit und es ist klar, dass man nach einer längeren Periode – über 30 Jahre hatte ihre Vorgängerin diese Funktion inne gehabt – diese Funktion neu definiert und definieren darf», betont Supino in «Echo der Zeit».

Pascal Frey, Präsident der Solothurner Literaturtage, betont gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF, dass die Literaturtage gut auf Kurs seien und dass Bettina Spoerri gute Arbeit geleistet habe. Das Schiff komme gut vorwärts, auch wenn der Steuermann das Schiff verlasse.

Spoerri hatte im vergangenen Juli den Stab von Veronika Jaeggi übernommen. Jaeggi hatte die Leitung der Literaturtage seit deren Gründung während 34 Jahren inne. Das Konfliktpotenzial bei einem solchen Profilwechsel sei unterschätzt worden, sagte die Literaturwissenschaftlerin weiter.

Bevor eine Nachfolge gesucht wird, will die Geschäftsleitung die Gründe für den Rücktritt Spoerris analysieren – den Solothurner Literaturtagen 2014 soll aber laut Supino nichts im Weg stehen.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Vorneweg nochmal zum klarstellen: ich bin kein Frauenhasser, sondern nur Frauen (auch Männer) kritisch! Nennen Sie mir eine Frau, die es genau so lange durchhält, genau so starke Nerven hat und genau so viele Dinge gleichzeitig tun kann (Multitasking) wie ein Mann. Ich kenne keine. Immer kommt irgend einen Ausrede: ich bin schwanger, ich habe meine Tage, ich habe Kopfweh, ich komme mit dieser Zicke nicht aus, ich verdiene zu wenig (warum wohl?), usw. Noch Fragen?
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    1. Antwort von JP.Simon, Meteorologe, Abt. Anglizismenstürme, Deutschen Sprachraum
      Multitasking, ein weiterer Anglizismus in den Deutschen Sprachraum geschmissen, ja gedonnert u. 1. vom Munde kommt, der, so scheint es, nach der Zunge anderer redet, 2. das M.a. nur, aber auch nur fraglos in die grosse Welt der Männer gehört. Ob das so ist und die Frauenwelt nur immer bodenlos an der Wäscheleine zu taumeln hat, wäre einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Nicht wahr, umgspr. 'Gell' Tom Duran? Ääähm, what else geht auch, das geht auch.
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  • Kommentar von JP.Simon Nietzscheaner, Bern
    Was ist nun besser:»Nur der Himmel über sich zu haben, dessen Spielraum doch ein wenig zu gross wäre, man könnte die Orientierung darin verlieren,wenn überhaupt, denn die Reibungsfläche ist so aalglatt, kleinste Bewegung eines Engagement dann zu wenig ist, um wieder aufzustehen. Oder kaum das Büro verlassen, in einen Orientierungslauf hinein geworfen wird, nach jedem Posten sich neu zu orientieren wäre, am Abend müde mit den Worten ins Bett fällt, 'Das Ziel nichts, der Weg alles ist'«
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  • Kommentar von benno siegmund, solothurn
    Vom SRF erwarte ich, dass wenigstens die Namen der beteiligten korrekt geschrieben werden!
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