Blackbox – Schlüssel zur Absturzursache

Stürzt ein Passagierflugzeug ab, sind die Flugdatenschreiber für die Ermittler die zentrale Informationsquelle. Aber wo befindet sich die Blackbox, wie arbeitet sie und wie gut geschützt muss sie sein? Antworten im folgenden Artikel.

Die leuchtend orange Black Box eines Verkehrsflugzeugs

Bildlegende: Heiss begehrt nach einem Flugzeugabsturz: Die Blackbox eines Verkehrsflugzeugs. Keystone

Wieso ist die Blackbox orange und nicht schwarz?

Der Flugschreiber in einem Verkehrsflugzeug wird umgangssprachlich als Blackbox bezeichnet, obwohl seine Farbe nicht schwarz, sondern leuchtend orange-rot ist. Dies deshalb, damit er nach einem Absturz möglichst gut gefunden werden kann. Das Aufzeichnungsgerät muss hohen mechanischen Belastungen sowie grosser Hitze Stand halten (1100 Grad Celsius während einer Stunde) und mindestens bis zu 6000 Meter Tiefe wasserdicht sein. Es ist meist in einem Edelstahlgehäuse in der Mitte oder im Heck einer Maschine untergebracht, je nach Lage der Triebwerke.

Taucht ein Flugschreiber in Wasser ein, sendet er automatisch akustische Signale aus (Pings). Die Batterien dafür müssen den Sender mindestens 30 Tage lang betreiben können. Die Blackbox ist gewöhnlich im Heck eines Flugzeugs eingebaut oder in der Mitte.

Wieso spricht man von einer Blackbox, wenn es doch zwei Geräte sind?

Die sogenannte Blackbox umfasst zwei Aufnahmegeräte, dem Flugdatenschreiber (Flight data recorder, FDR) und dem Stimmenrekorder (Cockpit Voice Rekorder, CVR). Beide Geräte können in einem Flugzeug einzeln vorhanden oder auch in einer Einheit untergebracht sein. Der Datenschreiber zeichnet dutzende Flugparameter auf wie Höhe, Geschwindigkeit, Kurs und Neigungswinkel des Flugzeugs sowie Triebwerksdaten. Diese Daten sind für die letzten 25 Flugstunden verfügbar.

Der Stimmenrekorder nimmt sämtliche Geräusche im Cockpit auf; nicht nur die Stimmen der Piloten, sondern auch Motorengeräusche oder das Betätigen von Schaltern sowie akustische Warnsignale. Diese werden in einer Endlosschleife aufgenommen, so bleiben je nach Gerätetyp mindestens die letzten 30 Minuten vor einem Absturz aufgezeichnet. Moderne Rekorder nehmen während zwei Stunden auf. Die Aufnahmen können auch den Ort einer allfälligen Explosion an Bord oder ausserhalb eines Flugzeugs verraten.

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So werden Blackboxes ausgewertet

2:13 min, aus 10vor10 vom 26.3.2015

Wie werden die Boxes ausgewertet?

Die Auswertung der beiden Datenträger unterliegt einem international genau festgelegten Prozedere. Damit sollen Manipulationen an den sensiblen Daten möglichst ausgeschlossen und der Datenschutz für die Piloten garantiert werden. In der Zivilluftfahrt ist für die Auswertung grundsätzliche jenes Land federführend, in dem sich ein Unfall ereignet oder die Trümmer eines Flugzeugs liegen. Die dortige Behörde entscheidet auch darüber, welche Experten hinzugezogen werden.

Selbst wenn die Aufzeichnungsgeräte äusserlich beschädigt sind, lassen sich die Daten häufig wieder herstellen oder wenigstens Teile davon.

(Quellen: Wikipedia, NZZ, SRF Tagesschau)