Bonjour, Jean-Pierre Rochat!

Von dort, wo er wohnt, schaut er auf die Deutschschweiz hinab. Die Sprachgrenze kann er praktisch berühren, sie liegt hinter einem Zaun, einem Stacheldraht, lacht er. Jean-Pierre Rochat wohnt in Vauffelin, im Berner Jura. Hier wohnt er, und hier zog er mit seiner Frau Kinder gross, und viele Pferde.

Eigentlich ist er ein Aussteiger. Er arbeitete zunächst als Hirte, dann suchte er sich einen Ort, wo er das ganze Jahre bleiben konnte. Der 59-Jährige ist Bauer, genauer: Pferdehirte. Er züchtet Freiberger Pferde. Und er ist Schriftsteller. Der auch über seine Pferde geschrieben hat. Aber nicht nur.

In seinem Buch «L’Ecrivain suisse allemand» beschreibt er die Freundschaft zwischen einem Bergbauern aus der Romandie und einem Deutschschweizer Erfolgsschriftsteller. Ein Buch über Sprachgrenzen, aber auch über die Grenze zwischen Stadt und Land. Für dieses Werk erhielt er in diesem Jahr den Westschweizer Literaturpreis Prix Michel Dentan.

Deutsch reden, Französisch schreiben

Jean-Pierre Rochat redet Mundart. Aber seine Schriftsprache ist Französisch. Alle seine Romane und Gedichte hat er auf Französisch geschrieben. In seiner kleinen engen Schreibstube, ein Kämmerlein im Bergbauernhaus. Er schreibt, wenn andere schlafen. Täglich.

Als es den Kanton Jura noch nicht gab

Als sich Jean-Pierre Rochat im Südjura niederliess, gab es den Kanton Jura noch nicht. «Bern» reichte bis ganz nach Norden an die französische Grenze. Eine Dummheit sei dieser Konflikt gewesen, sagt Rochat. Er hat erlebt, wie der Konflikt zwischen Separatisten und Bern-Treuen Familien und Dörfer entzweite. Und er erzählt, hoch über dem Tal auf seinen Pferdeweiden, auch wenn er sich nicht gerne an diese Zeit erinnert.

Serie «Bonjour les Romands!»

8.–12.7.: Jacqueline de Quattro

15.–19.7.: Jean-Pierre Rochat

22.–26.7.: Sami Kanaan

29.7.–2.8.: Magali Jenny

5.–9.8.: Isabelle Guisan

12.–16.8.: Ludwig Oechslin

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