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Arzt und Patient Bürokratie statt Therapie

Ärzte verbringen etwa dreimal mehr Zeit vor dem Computer als am Krankenbett ihrer Patientinnen und Patienten.

Eine Ärztin schreibt etwas in einen Laptop.
Legende: Tastatur statt Stethoskop: Alltag für Ärzte. imago
  • Ärzte verbringen über fünf Stunden pro Arbeitstag vor dem Computer.
  • Für den einzelnen Patienten bleibt nur noch eine Viertelstunde Zeit.

Elektronische Patientendossiers und andere digitale Tools erweisen sich als Zeitfresser: Das zeigen Analysen des Tagesablaufs von 36 Assistenzärzten der inneren Medizin am Universitätsspital Lausanne.

Für den Patientenkontakt bleiben an einem Arbeitstag nicht einmal zwei Stunden – über fünf Stunden entfallen auf die Computerarbeit. Für jeden einzelnen Patienten bleiben da im Schnitt nur 15 Minuten pro Tag. Über die Hälfte der Zeit sind die Ärzte allein damit beschäftigt, Patientenakten zu dokumentieren oder nach Informationen zu suchen.

Überstunden sind gang und gäbe

Auch wenn Patienten von ihren Ärzten nur wenig sehen: An den Arbeitszeiten liegt das nicht. Im Schnitt arbeiten die Ärzte pro Tag 1,6 Stunden mehr als geplant und kommen so auf durchschnittliche Dienste von 11,6 Stunden.

Die Untersuchung würde im Fachmagazin «Annals of Internal Medicine» veröffentlicht. 700 Arbeitsstunden wurden analysiert.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Ein Grund ist, dass unsere Beamten und Politiker kein Ahnung vom Fach haben. Da werden irgendwelche Aristokraten ernannt, die sich dann in ihr Gebiet "einleben" sollen. Das geht aber nicht wirklich gut, was man ja nicht nur im Gesundheitswesen sieht. Ausserdem ist unser System so starr geworden, dass niemand sich traut, Fehler rückgängig zu machen. Nicht WIR Patienten sind an den Kosten schuld. Es sind die Politiker die nichts unternehmen. Logo, die verdienen ja kräftig mit!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Der administrative Aufwand im Gesundheits-Wesen der Schweiz, nimmt enorm zu und viel zu viel Zeit in Anspruch - bringt aber nicht die Effizienz, welche sich gewisse "Bürolisten" erhofften! Fazit: Ärzte, Pflegende, Betreuende, haben immer weniger Zeit für die eigentliche und wichtigste Aufgabe gegenüber dem Menschen - Pflege, Betreuung der Patienten/Bewohner//Klienten von Körper, Seele, Geist!! Ein ausbeuterisches System am Menschen und damit ein Armutszeugnis der Verantwortlichen!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Ein Unwesen hat sich im Gesundheitswesen der Schweiz breitgemacht - die Geldgier geht um - alles auf Kosten des notwendigen, wichtigen Pflegefachpersonals (ständiger Abbau dieses - Billigpersonal aus dem Ausland) und vor allem der Patienten/Bewohner/Klienten!! Auffällig nur, dass die Tarife nicht fallen, sondern weiter ansteigen?? Wer kassiert nur das viele Geld??
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