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Buhrufe und Pfiffe Eklat bei Echo-Verleihung

  • Die umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang gewannen den deutschen Musikpreis Echo in der Kategorie Hip-Hop/Urban und sorgten damit für Kritik.
  • Grosser Abräumer ist der Brite Ed Sheeran mit drei Preisen.
  • Helene Fischer gewann in der Kategorie Schlager.
Farid Bang (links) und Kollegah bei der Echo-Verleihung.
Legende: Farid Bang (links) und Kollegah ernteten bei der Echo-Verleihung Buhrufe und Pfiffe. Keystone

Die umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang nahmen ihren Preis in der Kategorie Hip-Hop/Urban teils unter Buhrufen und Pfiffen aus dem Publikum entgegen. Ihre Texte werden als antisemitisch kritisiert.

Bei Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit sei eine Grenze überschritten, sagte Campino, Frontmann der Band Toten Hosen, auf der Bühne. «Die Toten Hosen» hatten zuvor den Preis als bester nationaler Rock-Act gewonnen.

Musiker als Politiker?

«Ich will hier keine Politikdebatte daraus machen», sagte Kollegah zur Kritik. Campino habe sich als moralische Instanz aufgespielt, das gebühre einem so grossen Musiker nicht, führte er aus, als er auf der Bühne seinen Preis entgegennahm.

Im Anschluss an die Echo-Verleihung wurde die strittige Prämierung auch auf Social Media diskutiert.

«Was ist als Provokation noch erträglich?»

Ed Sheeran grosser Gewinner

Der grosse Gewinner des Abends war Ed Sheeran. Er wurde in den Kategorien «Album des Jahres», «Hit des Jahres» und «bester internationaler Künstler» geehrt. Sheeran nahm die Auszeichnungen aber nicht persönlich entgegen. Der 27-Jährige bedankte sich per Videobotschaft aus Japan.

In der Kategorie Schlager gewann Helene Fischer und sicherte sich damit ihre 17. Echo-Auszeichnung; sie ist damit Rekordhalterin. «Ich geniesse diesen Erfolg gerade unfassbar», sagte sie auf der Bühne.

Die Preisträger der Echo-Verleihung 2018

Album des JahresEd Sheeran «÷ Divide»
Hit des JahresEd Sheeran: «Perfect»
Künstler Pop NationalMark Forster «TAPE»
Künstlerin Pop NationalAlice Merton «No Roots»
Band Pop NationalMilky Chance «Blossom»
SchlagerHelene Fischer «Helene Fischer»
Volkstümliche MusikSantiano «Im Auge des Sturms»
Hip-Hop/Urban NationalKollegah & Farid Bang «Jung, Brutal, Gutaussehend 3»
Dance National Robin Schulz «Uncovered»
Rock National: Die Toten Hosen«Laune der Natur»
Band InternationalImagine Dragons «Evolve»
Künstlerin InternationalPink «Beautiful Trauma»
Künstler InternationalEd Sheeran «÷ Divide»
Produzent NationalPeter Keller «MTV Unplugged - Peter Maffay»
Newcomer NationalWincent Weiss «Irgendwas gegen die Stille»
Newcomer InternationalLuis Fonsi «Despacito & Mis Grandes Éxitos»
Video InternationalBeatsteaks feat. Deichkind «L auf der Stirn»
Kritikerpreis NationalHaiyti «Montenegro Zero»
LebenswerkKlaus Voormann
Soziales EngagementBenefiz-Festival Peace X Peace von Fetsum Sebhat und Tedros Tewelde

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Meier (DersimonSimon)
    Ich höhre selber Kollegah und Farid. Ich war auch an den Konzerten, da sind mehr Ausländer als sie sich vorstellen können und zwar friedlich zusammen. Ich habe noch nie ausserhalb der Musik rassistische Äusserungen gehört oder Ähnliches. JBG ist eine Komödie und HauDrauf-CD. Ja, assozial bis zum geht nicht mehr. Ich finde es deutlich kritischer, wenn man als eines der reichsten Länder zB keine schwarzen Aufnehmen will, weil man sich dann sicherer fühlt- solche Aussagen kommen von Politikern.
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  • Kommentar von D. Schmidlin (Querenlife)
    Entweder wird der textliche Inhalt der Lieder mitbewertet oder nicht. Wird er mitbewertet, so ist die Preisvergabe auch politisch und dann soll man dazu auch stehen. Wenn ich das Lesen in einer Lesung bewerte, so muss ich es unabhängig des vorgelesenen Inhalts tun. Ich hoffe ich verstosse damit nicht gegen die Netiquette.
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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Mit dieser Verleihung hat sich Echo selbst disqualifiziert.
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