Calbuco bedeckt Strassen und Häuser mit dicker Ascheschicht

Nach dem Ausbruch des Vulkans Calbuco in Chile sind die Aufräumarbeiten in vollem Gange. Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt: Geologen warnen vor einer weiteren Eruption, die noch heftiger ausfallen könnte. Die Aschewolke wurde derweil vom Wind bis nach Buenos Aires getrieben.

Ununterbrochen stehen derzeit im Süden Chiles Strassenbau- und Räumungsfahrzeuge im Einsatz. Sie pflügen eine bis zu 50 Zentimeter dicke Ascheschicht weg, die sich nach dem gewaltigen Ausbruch des Vulkans Calbuco über die Dörfer gelegt hat. Einige Häuser sollen unter der Last der Asche gar zusammengebrochen sein.

Der Vulkan hatte am Mittwoch und Donnerstag nach mehr als 40 Jahren Ruhe Rauch- und Aschewolken sowie glühendes Gestein kilometerhoch in den Himmel gespuckt. Sämtliche Ortschaften im Umkreis von 20 Kilometern wurden evakuiert. Die chilenischen Behörden haben den Notstand ausgerufen.

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Vulkanausbruch in Chile

1:29 min, aus Tagesschau Nacht vom 24.4.2015

Vier neue Krater geformt

Eine Rückkehr zur Normalität scheint in weiter Ferne. Geologen sprechen bereits von einer möglichen dritten Eruption. Diese könnte noch heftiger ausfallen, sagte Rodrigo Álvarez von Nationalen Geologischen Dienst. Der eruptive Prozess werde wahrscheinlich noch Wochen andauern.

Der Vulkan habe zusätzlich zu den zwei bereits bestehenden Kratern vier neue geformt, aus denen demnächst Lava ausströmen könnte, sagte Álvarez dem Sender Radio Cooperativa.

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Der Ausbruch des Calbuco

0:21 min, vom 23.4.2015

Flugverkehr bleibt gestört

Die Aschewolke wurde derweil vom Wind nach Norden getrieben – bis über Valparaíso und Santiago de Chile. Im Nachbarland Argentinien hat sie sich 1700 Kilometer weit bis über Buenos Aires fortbewegt, wo sie nun auf 7000 bis 10'000 Metern Höhe liegt. Mehrere internationale Flüge nach Buenos Aires und Santiago de Chile wurden auf andere Flughäfen verlegt. Die Landebahnen in Puerto Montt in Chile und in den argentinischen Städten Bariloche, Neuquén und San Martín de los Andes blieben gesperrt.

Immerhin: Bislang seien keine Menschen zu Schaden gekommen, so die Behörden. Ein zunächst vermisster junger Bergsteiger wurde gerettet.