«Charlie Hebdo»-Karikaturist will Mohammed nicht mehr zeichnen

Knapp vier Monate nach den Anschlägen von Paris erklärt der Zeichner des Satiremagazins, er werde keine Karikaturen des Propheten Mohammed mehr anfertigen. Er sei des Sujets überdrüssig, so Luz.

Luz (Zeichner)

Bildlegende: Luz arbeitet seit 1992 für die Satirezeitung Charlie Hebdo. SRF

«Die Persönlichkeit Mohammed interessiert mich nicht mehr», sagte Karikaturist Luz dem Magazin «Les Inrockuptibles». «Ich bin ihrer überdrüssig, wie bei Sarkozy.» Luz hatte unter anderem eine Woche nach dem islamistischen Anschlag auf die «Charlie Hebdo»-Redaktion mit zwölf Toten die Titelseite einer neuen Ausgabe der Satirezeitung gestaltet.

Zeitungsstapel

Bildlegende: Die umstrittene Titelseite des Charlie Hebdos auf einem Zeitungsstapel. Keystone

Zu sehen war darauf ein weinender Mohammed. Dieser erneute Abdruck einer Mohammed-Karikatur hatte zu teilweise gewaltsamen Protesten von Muslimen in mehreren Ländern geführt.

Zwei islamistische Terroristen hatten am 7. Januar die Redaktionsräume der Satirezeitung gestürmt, die immer wieder mit Mohammed-Karikaturen für Aufsehen gesorgt hatte. Sie erschossen dort und auf ihrer Flucht zwölf Menschen. Ein Gesinnungsgenosse tötete in den folgenden Tagen eine Polizistin und bei einer Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt vier weitere Menschen. Die drei Täter wurden schliesslich bei Polizeieinsätzen erschossen.