Chinas bisher längste bemannte Weltraummission

Die Volksrepublik nimmt den nächsten Schritt ihres ehrgeizigen Weltraumprogramms in Angriff. Zwecks wissenschaftlicher Versuche schickt sie zwei Taikonauten ins All. Deren Experimente im chinesischen Raumlabor sind Voraussetzung für den Bau einer permanenten Raumstation.

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Chinesische Rakete erfolgreich ins All gestartet

1:48 min, aus Tagesschau am Mittag vom 17.10.2016

Das chinesische Raumschiff «Shenzhou 11» ist am Montag mit zwei Taikonauten an Bord ins All gestartet. Die Trägerrakete vom Typ «Langer Marsch-2F» hob vom Raumfahrtzentrum Jiuquan am Rande der Wüste Gobi in Nordwestchina ab, wie der Staatssender CCTV berichtete.

Das Raumschiff soll innerhalb von zwei Tagen an Chinas neues Raumlabor «Tiangong 2» («Himmelspalast 2») andocken. Dieses ist vergangenen Monat ins All geschossen worden.


Chinas Weltraumpläne

2:45 min, aus Echo der Zeit vom 17.10.2016

Raumstation soll 2022 fertig sein

Die beiden Besatzungsmitglieder Jing Haipeng und Chen Dong sollen insgesamt 30 Tage im All bleiben und dabei Wartungsarbeiten und wissenschaftliche Experimente durchführen.

Die Experimente und auch die Dockmanöver auf dem sechsten bemannten Raumflug Chinas sind wichtige Voraussetzungen für den Bau einer eigenen chinesischen Raumstation, die um das Jahr 2022 herum fertig werden soll.

China will bald mit einer Sonde auf dem Mars landen

Sollte die Internationale Raumstation (ISS) wie vorgesehen 2024 ihren Dienst einstellen, wäre China danach die einzige Nation mit einem permanenten Aussenposten im All.

Doch die Raumfahrt-Pläne der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt gehen noch weiter: 2021 will China erstmals mit einer Sonde auf dem Mars landen; für das Jahr 2024 wird zudem eine bemannte Landung auf dem Mond angepeilt.

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China muss grossen Rückstand aufholen

China flog als weltweit drittes Land erst 2003 seine eigenen Astronauten in den Weltraum. Den 40-Jahre-Rückstand will China nach und nach aufholen. Auf die Taikonauten folgte das eigene Weltraumlabor und der eigene Mondrobotor namens Jade-Hase. China ist sehr schnell, sehr weit gekommen, denn die Weltraumpläne haben für die Regierung höchste Priorität. Laut OECD lässt sich China das Raumfahrtprogramm im Jahr rund sechs Milliarden US-Dollar kosten. Das ist deutlich mehr als Russland dafür ausgibt, aber noch immer deutlich weniger als die USA.