«Costa Concordia»: Jubel und Erleichterung nach Bergung

19 Stunden hat das Aufrichten des havarierten Kreuzfahrtschiffs «Costa Concordia» gedauert. Das Bergungsteam ist zufrieden. Doch längst ist nicht alle Arbeit getan.

Nick Sloane wird von Bewohnern Gilios herzlich empfangen.

Bildlegende: Herzlicher Empfang für Sloane nach der Aufrichtung. Er sagte nach getaner Arbeit: «Ich bin stolz auf mein Team.» Keystone

Knapp 20 Monate lag das gekenterte Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» vor der italienischen Insel Giglio. Jetzt gelang dem Bergungsteam der grösste Kraftakt: Das riesige Schiff ist wieder aufgerichtet.

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Costa Concordia aufgerichtet

3:47 min, aus Tagesschau am Mittag vom 17.9.2013

«Will nur noch ein Bier trinken»

Der Bürgermeister Giglios zeigte sich erleichtert: «Ich verspüre eine tiefe Zufriedenheit. Das war heute ein grossartiges Ergebnis nach einem Jahr Arbeit.»

Ingenieur Nick Sloane, der das Aufrichten mit seinem 500 Mann starken Team gesteuert hatte, wurde gefeiert. Mit langem Applaus und Sirenengeheule. Er sagte: «Ich bin erleichtert und stolz. Jetzt will ich nur noch ein Bier trinken und schlafen gehen.»

Laut Zivilschutzchef wird jetzt die Suche nach den letzten beiden Vermissten in Angriff genommen. Dabei handelt es sich um die sterblichen Überreste einer italienischen Passagierin und eines indischen Crew-Mitglieds.

Inzwischen sind Techniker auch damit beschäftigt, die Lage des Wracks zu überprüfen. Ein Schiffsingenieur versicherte, dass die Aktion gelungen sei, ohne dass schädliche Stoffe aus dem Wrack ins Meer gelandet seien. Anfang Januar soll das 290 Meter lange Schiff dann an einen noch unbestimmten Hafen geschleppt und dort verschrottet werden.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Costa Concordia aufgerichtet

    Aus Tagesschau vom 17.9.2013

    Das havarierte Kreuzfahrtschiff konnte aus seiner Schräglage gehoben werden. Die Operation verlief ohne Zwischenfälle und dauerte 19 Stunden. Es war zuvor befürchtet worden, das Schiff könne bei der Bergung auseinanderbrechen.

  • Die «Costa Concordia» am frühen Dienstagmorgen vor der Insel Giglio.

    «Costa Concordia» ist wieder aufgerichtet

    Aus Rendez-vous vom 17.9.2013

    Nach 19 Stunden Bergungsarbeiten vor der Küste der Mittelmeerinsel Giglio ist das vor 610 Tagen von Kapitän Schettino versenkte Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» wieder aufgerichtet - schwer angeschlagen, aber zum Abschleppen bereit.

    Massimo Agostinis

  • Milliarden-Bergung eines Kreuzfahrtschiffs

    Aus 10vor10 vom 16.9.2013

    Seit die Costa Concordia vor zwanzig Monaten bei einem der schlimmsten Unglücke der Reedereigeschichte auf Grund lief, liegt das Wrack vor der Insel Giglio. Nun haben die Bergungsarbeiten begonnen – Rund eine Milliarde Franken kostet der Kraftakt, das Schiff wieder aufzurichten und von der Insel zu entfernen.