«Costa Concordia»: Unglückskapitän wehrt sich gegen Prozess

Es wird langsam eng für Francesco Schettino. Vermutlich ist der Kapitän des havarierten Kreuzfahrtschiffes der einzige, dem der Prozess gemacht wird. Im Bemühen, seinen Kopf doch noch aus der Schlinge zu bekommen, ziehen Schettinos Anwälte alle Register.

Der Unglückskapitän der «Costa Concordia», Francesco Schettino, strebt ein neues Beweissicherungsverfahren an. Sein Anwalt beantragte, näher auf das mangelhafte Funktionieren der Schotten und des Notgenerators einzugehen. Ferner sollen die «Fehler» des Steuermanns näher betrachet werden. Bei dem Unglück waren vor knapp anderthalb Jahren 32 Menschen ums Leben gekommen.

«Das Kentern des Schiffes war nicht ursächlich die Schuld des Kapitäns», hatte der Anwalt Francesco Pepe zuvor erklärt. Zu der Havarie vor der toskanischen Insel Giglio hatte es bereits im Oktober 2012 einen Beweissicherungstermin in Grosseto gegeben. Dabei richtete sich das Hautaugenmerk auf Kapitän Schettino.

Strafmass für andere Beschuldigte steht bereits fest

Schettino wolle keinen verkürzten Prozess für sich beantragen, hatte sein Verteidiger am Donnerstag erklärt. Demnach würde es ein normales Verfahren gegen den Kapitän geben, wenn das Gericht beschliesst, ihm den Prozess zu machen.

Mit den fünf weiteren Beschuldigten hatte sich die Anklage auf Verhandlungen über das Strafmass verständigt, um sie ohne Beweisaufnahme verurteilen zu können. Das Gericht will am 8. Juli entscheiden, ob es Absprachen zulässt.