Der Rosenkrieg zweier Partnerstädte

Die berüchtigte Brüsseler Vorstadt Molenbeek und der Pariser Vorort Levallois-Perret sind vor 35 Jahren eine Städte-Partnerschaft eingegangen. Leider, wie es inzwischen auf beiden Seiten tönt. Denn seit den Attentaten ist man sich spinnefeind.

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Ungeliebte Städte-Partnerschaft

2:04 min, aus Tagesschau am Mittag vom 27.4.2016

Da ist auf der einen Seite Molenbeek – ein Brüsseler Stadtkreis mit 94'000 Einwohnern, der nicht zur Ruhe kommt. Und dann auf der anderen Seite die verschlafene Pariser Vorstadt Levallois-Perret mit 65'000 Einwohnern. Vor 35 Jahren Jahren fühlten sich diese beiden Städte noch verbunden. So verbunden, dass sie eine Städte-Partnerschaft eingingen.

Spätestens seit den Anschlägen von Paris im vergangenen November ist aber alles anders. Damals liess die Stadtregierung von Levallois-Perret verlauten, man werde die Partnerschaft auflösen. Umso besser, hiess es aus Molenbeek. Mit den dubiosen Machenschaften des Stadtpräsidenten von Levallois-Perret wolle man sowieso nichts mehr zu tun haben.

Stadtpräsident und Ehefrau unter Beschuss

Tatsächlich laufen gegen Patrick Balkany, den Stadtpräsidenten von Levallois-Perret diverse Strafverfahren – wegen Steuerdelikten und Veruntreuung von öffentlichen Geldern. Damit nicht genug: Auch Ehefrau und Stellvertreterin Isabelle Balkany ist ins Visier der Ermittler geraten.

Diese schoss dann ebenfalls – im Rahmen eines schriftlichen Schlagabtausches – gegen den berüchtigten Vorort Molenbeek. Die Partnerschaft bestehe nur noch auf dem Papier. Aktiv verpartnert sei Molenbeek höchstens noch mit dem französischen Geheimdienst, doppelte sie später nach. Dieser hat seinen Sitz in Levallois-Perret.

Noch ist der Rosenkrieg nicht ausgestanden – aus welchen Gründen auch immer. Die Fortsetzung des Disputes dürfte nicht lange auf sich warten lassen.