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Panorama Der schlafende Bär M13 entzweit das Puschlav

Der so genannte Problembär M13 hat sich zur Winterruhe zurückgezogen. Trotzdem haben Bärengegner im Dorf Poschiavo gegen ihn mobilisiert. Zu einer Protestversammlung reisten auch Gesinnungsfreunde aus dem sonst so bärenfreundlichen Italien an, berichtet die «Rundschau».

Legende: Video Bär ohne Grenzen abspielen. Laufzeit 07:36 Minuten.
Aus Rundschau vom 19.12.2012.

In Italien leben inzwischen bis zu 100 Braunbären. Im Trentino begann die Aussetzung der Raubtiere um die Jahrtausendwende. «Es gibt keinen einzigen dokumentieren Fall eines Bären-Angriffs auf einen Menschen», sagt Claudio Groff, der Leiter Forstwesen und Fauna in Trento. Trotzdem lösen die wilden Grenzgänger, die gelegentlich wie M13 in die Schweiz einwandern, immer wieder heftige Kontroversen aus. Im Gegensatz zur Schweiz geniessen Bären in Italien einen kompletten Schutz.

«Ich habe keine Angst vor dem Bären», sagt ein Puschlaver Jäger nach der Protest-Versammlung in Poschiavo der Rundschau. «Wenn er mich anknabbern will, greife ich zum Gewehr – und er ist tot.» Eine Hotelangestellte berichtet, wie sie nach der Arbeit dem Bär begegnete. Sie zog sich ins Hotel zurück, doch wenige Minuten später stand der Bär vor der Tür.

Biobauer will wegen M13 den Hof aufgeben

Auch der Biobauer Otmaro Beti und seine Frau Johanna machen sich Sorgen. «Ich sehe langfristig keine andere Lösung als hier wegzuziehen», sagt der Bauer auf seinem abgelegenen Hof. Zwar arbeite er mit der Natur und bewahre mit seinem Betrieb die Biodiversität. Doch er müsste mehr Personal haben, um seine Tiere vor dem Bär zu schützen. Die Kinder lässt die Bäuerin nach der Dämmerung nicht mehr aus dem Haus.

Der italienische Jagdaufseher Livio Costa bedauert die Aufregung: «Es ist ein wunderbares Erlebnis, dem Bär zu begegnen. Eine ruhige Begegnung wünsche ich allen. Wahrscheinlich hätten dann viele weniger Angst vor ihm.»

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Casutt, 8966 Oberwil Lieli
    Wieder eimal wird es einem klar das in der Schweiz kein platz für den Bär ist. Ich würde es so machen,man verkauft das Puschlaf nach Jtalien,nehmen dafür noch 2 bis 3 Bärenin die Schweiz.Die Biobauer im Puschlaf könnten dann in Rom jammern! Da hätten sie gleiviel chanen haben wie der Bär im Puschlaf.
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  • Kommentar von Johanna Strawe Beti, San Carlo
    Ich habe nie jemandem gesagt, ich liesse meine Kinder nach der Dämmerung nicht hinaus. Vielleicht bin ich vorsichtiger geworden, aber selbst das habe ich nie gesagt. Ich wünschte mir mehr Differenziertheit und Ehrlichkeit, was die Berichterstattung angeht. Sorgen machte und mache ich mir um die finanzielle Zukunft der Bauern, denn weder der Kanton noch eine Umweltorganisation hat bisher einen Rappen für die Mehrkosten der Bauern bezahlt. Gerissene Tiere wurden entschädigt- mehr nicht.
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  • Kommentar von Johanna Strawe Beti, San Carlo
    Die Sendung wurde ursprünglich in italienischer Sprache aufgezeichnet und leider nicht besonders gut übersetzt. Otmaro Beti sagt z. B. er sei "alpiggiano". übersetzt: Älpler/ Alpbewirtschafter. (nicht Bergsteiger) ,Den Hof und das Puschlav lwird er vielleicht verlassen, weil er die Alp (als wichtiges finanzielles Standbein)nicht mehr führen kann, wenn die Grossraubtiere zurückkehren. Er hat allerdings mehr Angst vor dem Wolf als vor dem Bär. I
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