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Deutschland verbietet Puppe Der Spion in meinem Kinderzimmer

«Cayla» ist eine sprechende Puppe. Weil sie aber auch Tonaufnahmen tätigen kann, ist sie in Deutschland verboten.

Legende: Audio Cayla – das Spionagegerät fürs Kinderzimmer abspielen. Laufzeit 02:45 Minuten.
02:45 min, aus SRF 4 News aktuell vom 17.02.2017.

Die Kehrseite der neuen Welt des vernetzten Spielzeugs ruft eine Behörde auf den Plan: Die deutsche Bundesnetzagentur stuft eine sprechende Puppe als potenzielles Spionagegerät ein und nimmt sie vom Markt. Weitere Fälle könnten folgen.

«My Friend Cayla» ist eine Puppe, die mit ihren Spielkameradinnen kommunizieren kann – dank Mikrofon und Bluetooth-Verbindung. Schon vor Monaten hatten Konsumentenschützer die Sicherheit des Spielzeugs kritisiert. Auch die Bundesnetzbehörde spricht von einer «unerlaubten funkfähigen Sendeanlage im Kinderspielzeug».

Die Bundesnetzagentur wird noch mehr interaktives Spielzeug auf den Prüfstand stellen.
Autor: Deutsche Bundesnetzagentur

«Gegenstände, die sendefähige Kameras oder Mikrofone verstecken und so Daten unbemerkt weiterleiten können, gefährden die Privatsphäre der Menschen. Das gilt auch und gerade für Kinderspielzeug», erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur.

Grundsätzlich sei jegliches Spielzeug, das funkfähig und zur heimlichen Bild- oder Tonaufnahme geeignet sei, in Deutschland verboten, betonte die Behörde. «Die Bundesnetzagentur wird noch mehr interaktives Spielzeug auf den Prüfstand stellen und wenn nötig dagegen vorgehen.»

Bakom will Situation beobachten

Anders sieht es in der Schweiz aus: Wie es beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) auf Anfrage von SRF News heisst, gibt es hierzulande keine gesetzliche Regelung, die ein solches Spielzeug verbietet. Das Bakom erfülle seinen Auftrag im Sinne einer Marktaufsicht und konzentriere sich dabei auf Sicherheitsaspekte.

Insbesondere gehe es dabei um die Einhaltung technischer Vorschriften und die Vermeidung von Störung von Funkfrequenzen. Man wolle die Angelegenheit jedoch im Auge behalten. In gängigen Schweizer Online-Shops ist die Puppe derzeit nicht erhältlich.

Fremde können über Puppe kommunizieren

Europäische Konsumentenschützer habennach einer ausführlichen Untersuchung unter anderem davor gewarnt, dass sich wegen Sicherheitslücken Fremde mit etwas technischem Wissen über die Puppe mit den Kindern unterhalten könnten.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Oh wie sich da nun die Behörden in D so Sorgen machen um diese Pupe - es geht doch nicht um diese Pupe und deren Bürgersicherheit vor Spionage, es geht doch darum, dass damit und ähnlichen Spielzeugen einfach und leicht Behörden ausspioniert werden könnten und nicht der Bürger - der so oder so schon längst über die Handys und PCs unter völliger Kontrolle ist . Die Technik macht der Geheimhaltung immer mehr zu schaffen -die Roboter schlagen zurück - Gesetze und Verbote ohne Ende - alles Irrsinn !
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  • Kommentar von Peter espi (PeterWespi)
    Ich empfehle das Buch GLOBAL HACK von Marc Goodman. Wer es bis zum Schluss schafft, wird ernüchtert sein. Spycams in Kinderzimmern sind nur die Spitze des Eisberges. Mit einem Verbot wird leider nicht sensiblisiert, sondern nur diktiert. Die Leute sollten selber auf die Idee kommen, sich zu informieren, damit sie lernen, Risiken abzuschätzen. Ist halt leider etwas anspruchsvoller als ein 20 Minuten-Artikel...
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  • Kommentar von marco Schäfer (open YOUR eyes)
    Das allseits so beliebte Smartphone ist der beste Trojaner der je erfunden wurde. Zum Glück denk, aus unerklärlichen Gründen, die Menschheit, dass sie ohne Smartphone nicht mehr weiterkommen.
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