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Panorama Der Winter lässt nicht locker

Wollpulli und Winterjacke bereits verstaut? Zu früh. In der Nacht auf Samstag sind bis zu 80 cm Neuschnee gefallen. Der neuerliche Wintereinbruch sorgte auf Strassen und Schienen für Behinderungen. Auch Stromausfälle und ein drohender Murgang sind Folge der Schneefälle.

Legende: Video Der Winter ist zurück abspielen. Laufzeit 1:12 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.04.2013.

Nach Angaben der Wetterdienste fiel in den Bergen im Süden und in Graubünden zwischen 30 und 80 Zentimeter Neuschnee. Aber auch das Flachland war am Morgen nach einem drastischen Temperatursturz teilweise mit Schnee bedeckt.

In den Niederungen der Ost- und der Zentralschweiz gab es zwischen drei und fünf Zentimeter Neuschnee. Dass es zu dieser Jahreszeit noch schneit, ist nicht aussergewöhnlich, die Menge an Neuschnee jedoch schon.

Umgestürzte Bäume sorgen für Stromausfälle

Oberhalb von Domat/Ems (GR) droht im Val Parghera Tobel wegen der heftigen Niederschläge ein Murgang. Wie die Gemeindebehörden mitteilten, bedrohen 100'000 Kubikmeter Geschiebematerial ein Industriegebiet. Ein Wohnhaus und ein Bauernbetrieb mit insgesamt vier Betroffenen wurden evakuiert.

Die Bevölkerung sollte sich vom Tobel fernhalten. Gebäude wurden mit Sandsäcken gesichert. Das Geschiebeauffangbecken wurde laufend geleert. Die Einsatzkräfte trafen auch Vorkehrungen, die den Murgang auf möglichst unschädliche Bahnen lenken sollten. Da sich die Lage über Nacht verschärfte, sperrte die Polizei die Kantonsstrasse zwischen Chur und Domat/Ems.

Im Kanton Uri führte der schwere Nassschnee zu Stromausfällen im Schächental und im Grosstal. Ein umgestürzter Baum in der Gemeinde Spiringen beschädigte die Versorgungsleitung ins Schächental. Die Freileitung ins Grosstal riss der Nassschnee durch sein Eigengewicht herunter. Sie wurde inzwischen wieder repariert.

Im Schächental dagegen dauert der Unterbruch an. Das Elektrizitätswerk Altdorf sucht mit einem Helikopter nach der Schadenstelle. Die Dauer des Unterbruchs könne noch nicht abgeschätzt werden, sagte Daniel Regli, Sprecher des Elektrizitätswerks Altdorf.

Schnee stoppt viele Bahnen

Wegen des Schnees war die Gotthardstrecke zwischen Lugano und Mailand Centrale am Morgen unterbrochen. Wie die Matterhorn Gotthard Bahn bekannt gab, schloss sie diverse Linien wegen Lawinengefahr. Darunter waren die Bahnverbindungen Andermatt-Oberwald, Andermatt-Göschenen und Andermatt-Dieni.

Der Autoverlad an der Furka zwischen Andermatt und Sedrun wurde ebenfalls eingestellt. Die Passagiere des Glacier Express zwischen Visp und Chur wurden über Bern und Zürich umgeleitet.

Zwischen Linthal und Ziegelbrücke und nach Chur sowie St. Gallen und Gossau waren die SBB-Strecken wegen des Schnees nur beschränkt befahrbar. Reisende mussten mit Verspätungen und Zugsausfällen rechnen.

Der Rhätischen Bahn setzte eine Fahrleitungsstörung zu, die Züge zwischen Thusis und Tiefencastel fielen aus. Im Berner Oberland stellten die Bahnen den Verkehr zwischen Wengen/Grindelwald und der Kleinen Scheidegg sowie aufs Jungfraujoch ein.

Verspätungen am Flughafen Zürich

In den Kantonen Graubünden und St. Gallen hielt der Schnee Strassenräumer und Wehrdienste in Atem. Wegen des schweren Nassschnees knickten viele Äste ab oder sogar Bäume um.

Geduld war am Flughafen Zürich gefragt. Dutzende Flugzeuge mussten vor dem Start enteist werden. Weil der Wintereinbruch auf den Beginn der Zürcher Frühlingsferien fiel, waren besonders viele Passagiere betroffen.

Sonnige Aussichten für die Wochenmitte

Aufgrund der grossen Schneemengen bestand nach Angaben von «SRF Meteo» in weiten Teilen der Alpen grosse Lawinengefahr. Die Abflüsse der Fliessgewässer sind derzeit für die Jahreszeit zwar überdurchschnittlich, es herrscht aber gemäss Bundesbehörden nur mässige Hochwassergefahr.

Ab Morgen soll sich das Wetter wieder ändern. «Der Wind dreht auf West bis Südwest, und es fliesst deutlich mildere Luft zu uns», sagt Felix Blumer von «SRF Meteo».

Am Montag und Dienstag werde es zögerlich sonniger bei Temperaturen zwischen 12 und 17 Grad. Und für Mittwoch und Donnerstag verspricht Blumer sogar Temperaturen von um die 20 Grad, lokal vielleicht sogar wieder bis 25 Grad.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von S. Zulauf, Chur
    In Geografie hat der Autor dieses Artikels wohl nicht aufgepasst. Sonst hätte er den Fehler in seinem Satz selber gefunden: (Ich zitiere) "Der Autoverlad an der Furka zwischen Andermatt und Sedrun wurde ebenfalls eingestellt." Der Autoverlad an der Furka befindet sich zwischen Realp/UR und Oberwald/VS. Der Autoverlad, den der Autor anspricht (Andermatt/UR nach Sedrun/GR) befindet sich am >> OBERALP << !!
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  • Kommentar von Marco Denger, Waldstatt
    Es gibt immer noch jene, welche nicht gemerkt haben worum es geht. Wenn es bei uns an einem Tag kälter wird, dann wird es am gleichen Tag irgendwo auf der Welt wärmer. Das Klima findet weltweit statt, nicht nur vor unserer Haustüre. Vielleicht sollte man dazu mal über den Tellerrand blicken.
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    1. Antwort von C. Wyss, Tanndorf
      Das ist so auch nicht korrekt. Die Welttemperstur besteht nicht aus einem Topf in dem immer genau die gleiche Menge einer Einheitstemperatur besteht, die nun durch Wind und Wetter über den Globus verteilt wird. Gott sei Dank nicht! Die Erde strahlt während der Nacht einen grossen Teil ihrer Wärme ins All ab.
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  • Kommentar von M Jaeger, Wildwil
    Geht doch. Die CO2 Abgabe hat das Klima schneller abgekühlt als erwartet. Müssen wie diese Abgabe vielleicht wieder aufheben damit es wieder wärmer wird ? :-)
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