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Panorama Deutscher rast – Auto weg

Ein deutscher Mercedesfahrer war mit 215 Stundenkilometer auf der A1 bei Spreitenbach unterwegs. Die Aargauer Polizei hat ihn erwischt und sein Auto beschlagnahmt. Ob er es wieder bekommt, ist fraglich. Viele Deutsche wünschen sich ein ähnlich hartes Vorgehen gegen Raser in ihrer Heimat.

Legende: Video Die Zahl der Autoentzüge steigt abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.08.2014.
Auto fährt an einem Blitzkasten vorbei.
Legende: Vielen Deutschen gefällt es, wie die Schweizer Behörden bei Rasern durchgreifen. Keystone/symbolbild

Am Sonntagmorgen wurde ein deutscher Mercedesfahrer auf der Autobahn A1 bei Spreitenbach (AG) beim Rasen erwischt. Die Polizei hat eine Geschwindigkeit von 215 Kmh gemessen. Nach Abzug der Toleranzschwelle von 7 Kmh fuhr der Fahrer immernoch 88 Stundenkilometer zu schnell.

Eine Sprecherin der Kantonspolizei Aargau vermeldete: «Das Fahrzeug wurde gemäss Schweizer Verkehrsgesetz eingezogen.» Auch wurde der Fahrer in Untersuchungshaft gebracht – dort müsse er aber nicht bleiben, wie die Kantonspolizei dem deutschen Nachrichtenportal Spiegel Online bestätigte. Mit einer hohen Busse muss er aber rechnen.

Staat verkauft Mercedes

Ob der Raser seinen Mercedes wieder bekommt, ist allerdings fraglich. «Entweder der Wagen wird vom Schweizer Staat weiterverkauft», erläuterte die Sprecherin der Kantonspolizei Aargau, oder das Gericht biete dem Fahrer an, sein Fahrzeug zurückzukaufen.

Vor allem in Deutschland wirft der Fall hohe Wellen. In seinem Artikel fragt Spiegel Online die Leser: «In der Schweiz nimmt die Polizei Rasern das Auto weg – der Staat darf es dann verkaufen. Ein Modell auch für Deutschland?» über 150'000 User haben bereits abgestimmt und 60% von ihnen finden, dass Deutschland die Idee unbedingt übernehmen solle. Nur gerade 16% halten die Massnahme für völlig übertrieben.

Grosse Zustimmung

Das Ergebnis überrascht. Ist Deutschland doch das einzige Land der Welt ohne Tempolimit auf Autobahnen. Allerdings scheint es, dass viele Bürger aus unserem Nachbarland der Meinung sind, dass derart krasse Gesetzesübertretungen scharf geahndet werden müssen.

Dieser Eindruck entsteht zumindest bei einem Blick in die Kommentarspalten. Hier werden die Aargauer Behörden und die Schweizer Gesetzgebung gelobt. Ein User des Nachrichtenportals Focus.de meint dazu: «Mein Bedauern oder Mitleid hält sich in engsten Grenzen. Es gibt Regeln, an die sollte man sich halbwegs halten.»

Auch die Twittergemeinde folgt dem Tenor:

Wer auf Schweizer Autobahnen mehr als 80 Stundenkilometer über dem Limit unterwegs ist, wird amtlich als «Raser» eingestuft. Die Beschlagnahmung des Fahrzeugs ist dann gesetzlich vorgeschrieben. Es drohen hohe Bussen und im Extremfall bis zu vier Jahre Gefängnis.

38 Kommentare

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  • Kommentar von Joe Schweizer, Basel
    Und sowas nennt man noch Rechtsstaat?? Für mich wird die Schweiz je länger je mehr zum Verurteilungs und Rachestaat. Unsere Gesetze sind sowas von absurd, unverhältnismässig und krank. Das SVG bewegt sich auf Wutbürger-Blick-Leserbriefschreiber-Niveau!!!
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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Bestrafung und ev. Führerscheinentzug ist OK, Beschlagnahmung von privatem Eigentum geht gar nicht.
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  • Kommentar von M. Kohler, Thurgau
    Drakonische Strafen für Raser sind im leider im völligen Missverhältnis zu unserer Justiz im Gewaltverbrechensbereich: Ein "Raser" wird kriminalisiert auch wenn gar nichts passiert - bekannte Gewaltverbrecher und Phädophile werden aber erst verurteilt wenn Menschen zu Schaden gekommen sind. Ein Resultat von völlig verblödeter linker Politik!
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