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Beginn der Fussballsaison Die Hoffnung stirbt zuletzt

Dieses Wochenende beginnt die neue Fussballsaison. Treue Fans halten ihrem Club die Stange, auch wenn dieser chancenlos ist.

Legende: Audio Fans – wie Schriftsteller Pedro Lenz – fiebern der neuen Fussballsaison entgegen abspielen. Laufzeit 02:09 Minuten.
02:09 min, aus HeuteMorgen vom 21.07.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dieses Wochenende startet die Schweizer Fussballmeisterschaft in die neue Saison.
  • Dass Fans für ihren Club mitfiebern, auch wenn dieser keine Chancen hat, ist laut einem Soziologen normal.
  • Wichtig für die Fans ist das Image des Vereins – und ob ihn der eigene Vater bereits unterstützt hat.

Das Herz des Schriftstellers Pedro Lenz schlägt für die Young Boys. «Wir sind voller Hoffnung», sagt er zur neuen Saison, die am Wochenende beginnt. «Ich habe dieses Jahr drei Spiele von YB gesehen und bin sehr, sehr zuversichtlich.»

Ähnlich tönt es beim Musiker Henrik Belden. Er hat sich dem FC Luzern verschrieben. «Das hat definitiv mit dem Prinzip Hoffnung zu tun.» Er habe seit 25 Jahren die Saisonkarte. «Es geht vor allem um Leidenschaft. Und – wer weiss? Sage niemals nie.»

Auch Platz sieben kann schön sein.
Autor: Jochen RooseSoziologe

Kein grundloser Optimismus

YB wie Luzern warten seit vielen Jahren auf einen Erfolg. Dennoch kommen die Fans voller Hoffnung an die Spiele. Das sei normal, sagt der Soziologe Jochen Roose. Er hat sich mit dem Thema befasst. Der Fan sei nicht grundlos optimistisch, sagt er. «Die Fans haben meist eine recht realistische Einschätzung, was möglich wäre, und freuen sich dann, wenn dies übertroffen wird, oder ärgern sich, wenn es untertroffen wird.» Auch Platz sieben könne schön sein, sagt Roose.

Warum man sich genau diesem und nicht einem anderen Club verschreibt, dafür gibt es zwei Hauptgründe. Der erste: Das Image des Vereins passt. «Zum Image kann genauso gut gehören, dass wir Meister werden wollen, dass wir die Aussenseiter sind oder dass wir der lustige Verein sind», sagt Roose.

Vom Vater zum Kind

Der zweite Grund: Man bekommt das Fan-Sein in die Wiege gelegt. «Beim Fussball wird das Fan-Objekt sehr häufig vom Vater ans Kind weitergegeben», erklärt Roose. Seltener komme es vor, dass das Kind den gleichen Club unterstütze wie die Mutter. Anders sei dies etwa bei der Musik. Dort seien Freunde wichtiger.

Sehr häufig bleiben die Kinder in den Spuren meist des Vaters und seltener der Mutter.
Autor: Jochen RooseSoziologe

Die neue Saison beginnt gleich mit zwei Klassikern: Die Young Boys empfangen morgen Basel, und am Sonntag spielt GC gegen den Stadtrivalen FC Zürich.

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