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Walsterben in Neuseeland Die Lust am gemeinsamen Untergehen?

Hunderte Wale stranden in Neuseeland. Ihre Rettung gestaltet sich schwierig. Wollen sie sich gar nicht helfen lassen?

Legende: Audio Rätselhaftes Walsterben in Neuseeland abspielen. Laufzeit 3:54 Minuten.
3:54 min, aus Rendez-vous vom 10.02.2017.
  • Mehr als 400 Wale sind in Neuseeland an einer schmalen Landzunge gestrandet, über 300 von ihnen sind verendet.
  • Hunderte Helfer versuchten, die gestrandeten Wale in tieferes Wasser zu lotsen, doch nur 50 Tiere schwammen tatsächlich ins offene Meer – mehrere Dutzend aber kehrten wieder zum Strand zurück.
  • Im Interview erklärt der Meeresbiologe Nikolaus Gelpke, was hinter dem Phänomen stecken könnte.

SRF News: Wie häufig kommt es vor, dass so viele Wale auf einmal stranden?

Nikolaus Gelpke: Relativ selten. Eine Strandung von Grindwalen in ähnlichem Ausmass ist zehn oder 15 Jahre her.

Legende: Video Hunderte tote Wale abspielen. Laufzeit 1:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.02.2017.

Was könnten die Gründe dafür sein, dass jetzt bis zu 400 Wale gestrandet sind?

Man weiss grundsätzlich nicht, warum Wale stranden. Es gibt Vermutungen, dass das Echolotsystem, mit dem sich die Wale orientieren und mit dem sie die Wassertiefe ausloten, in diesen Fällen gestört sein könnte. Das kann durch Krankheiten, Parasiten oder etwa durch Vergiftungen mit toxischen Metallen passieren. In den letzten Jahren ist es offenbar auch wegen mehr Lärm im Meer zu Walstrandungen gekommen. Es ist quasi schon nachgewiesen, dass durch Sonarlotungen des US-Militärs Wale die Orientierung verlieren. Allerdings kann das Echolotsystem der Wale auch durch spezielle Meeresschichtungen oder -strömungen so gestört werden, dass die Tiere kein exaktes Echolotbild mehr wahrnehmen können.

Die so liebenswerte Eigenschaft der sozialen Bindung führt die Wale nun in ihr Verderben.

Wenn nun Temperaturschwankungen etwas mit den Strandungen zu tun haben könnten – könnte in dem Fall auch die Klimaveränderung dabei mitspielen?

Das kann sein. Im Zuge des Klimawandels treten immer wieder spezielle Effekte auf – etwa, dass sich kalte und warme Wassermassen anders schichten als normalerweise. Im Normalfall wissen Wale sehr genau, wie sie sich in diesen Schichtungen von wärmerem und kälterem Wasser orientieren können. Wegen klimatischer Veränderungen können sich aber auch diese Schichtungen verändern, man denke etwa an den El-Nino-Phänomen, bei dem sich vor der Westküste Südamerikas warmes, nährstoffarmes Wasser über die kalten, nährstoffreichen Wassermassen schiebt. So etwas kann nun auch vor Neuseeland passiert sein. Ausserdem kann das Echolot-Signal durch die Wasserschichtungen selber gestört werden, weil an den Schichtgrenzen die Signale anders reflektiert werden.

Schwarze Wale liegen am Strand.
Legende: Hunderte Grindwale sind in Neuseeland verendet. Reuters

Reicht es, wenn in einer Walgruppe bei nur einem oder wenigen Tieren das Echolot-System falsche Signale liefert und dann alle Wale in ihr Verderben schwimmen?

Das Sozialverhalten der Wale ist stark ausgeprägt und tatsächlich ist schon oft beobachtet worden, dass eine Walgruppe einem einzelnen Tier folgt.

Die Helfer vor Ort in Neuseeland versuchen, die noch lebenden Tiere aufs offene Meer zurückzuführen, doch diese schwimmen immer wieder zum Strand zurück. Weshalb?

Das hat nichts mit einem vermeintlichen Selbstmord-Sinn der Wale zu tun. Vielmehr hat das mit ihrem äussert sozialen Verhalten zu tun. Die gegenseitige Bindung der Tiere aneinander lässt die lebenden Wale immer wieder zu den anderen zurückschwimmen. Diese so liebenswerte Eigenschaft führt die Wale nun also in ihr Verderben. Sie kehren wieder zurück zu den anderen Tieren und damit an den Strand, wo sie dann endgültig sterben.

Das Gespräch führte Ivana Pribakovic.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Man kann es ja hier schon sehen -dieses sehr wichtige Thema interessiert nur eine Handvoll Leute - ich erwarte einen Proteststurm weltweit ! Wo sind die Naturschützer, die Grünen Parteien, die Tierschützer und Ökonomen - wo ist deren gemeinsamer millionenfacher Protest ? Wir brauchen kein Wachstum der Menschheit, 8Milliarden sind um 4 zu viel, wir brauchen Menschen mit Empathie mit friedlichen Absichten und einem Lebensstil im Einklang mit der Umwelt - Lebensqualität muss das Ziel sein .
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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Es sollte endlich klar sein, dass der Unterwasser-Lärm von den Schiffen, die verdreckten Meere, die Kilometer langen Fischernetze den Tod dieser wunderbaren, sensiblen Wale (auch Delphine) ausmachen. Keine Institution kann oder tut etwas dagegen seit mind. 20 Jahren bewusst - "Bis das Meer zum Himmel stinkt" !! Ansonsten werden die Wale von den Japanern gekillt. Kein Tier würde das machen - nur der Mensch ! Extrem himmeltraurig.
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    1. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      Liebe Frau Müller, ja - wie Recht sie haben -ich vermute nahezu, dass die Wale kollektiven Selbstmord begehen, um dem grössten Raubtier Mensch zu signalisieren, kehrt endlich um mit eurer Vermehrung und Zerstörung sämtlicher Lebensgrundlagen. Ich gebe dieser Spezies Mensch -mit ihrem Wachstumswahn und der Gier nach immer mehr sinnlosem Müll , keine 100 Jahre mehr - Stephen Hawking Theoretischer Physiker sagte, er gebe der Menschheit keine 1000Jahre mehr -und diese Aussage ist noch sehr gnädig !
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