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Panorama Die Maus mit den Giftzähnen

Pro Natura hat die Wasserspitzmaus zum Tier des Jahres 2016 gekürt. Trotz seines Namens ist der kleine Insektenfresser nicht näher mit Mäusen verwandt. Sein Biss hat es dafür in sich.

Legende: Video Tier des Jahres: Unscheinbar, aber giftig abspielen. Laufzeit 0:38 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 04.01.2016.

Sie gehört zu den kleinsten Säugetieren der Welt, aber mit bis zu zehn Zentimetern Körperlänge zu den grössten Spitzmausarten der Schweiz: Nun wurde die Wasserspitzmaus von Pro Natura zum Tier des Jahres 2016 gekürt.

Die Naturschutzorganisation ruft damit «zum besseren Schutz unserer Gewässerräume vor Verbauung und Verschmutzung durch Pestizide und Düngemittel» auf, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Rund 2000 Tonnen Pflanzenschutzmittel würden jährlich in der landwirtschaftlichen Produktion versprüht. Ein Teil davon gelange durch Regen in die Gewässer.

Legende: Video Revierkampf von Wasserspitzmäusen abspielen. Laufzeit 0:40 Minuten.
Vom 04.01.2016.

Die Maus, die keine ist

Diese Verunreinigungen machen der Wasserspitzmaus das Leben schwer: Der Winzling lebt an kleinen und mittleren Wasserläufen in der ganzen Schweiz und ist auf sauberes, sauerstoffreiches Wasser angewiesen. Nur dort kann er nach seiner Nahrung tauchen, nach Insektenlarven, Kleinkrebsen, Schnecken und gelegentlich gar kleinen Fischen.

Ihre Beutetiere lähmt oder tötet die Wasserspitzmaus mit einem giftigen Biss. Für Menschen ist dieser ungefährlich und löst nur eine Hautirritation aus.

Auch natürliche Uferlandschaften sind für das Tier von grosser Bedeutung. Baumwurzeln, Steinblöcke oder dichter Bewuchs bieten dem scheuen Tier Deckung vor Feinden wie der Schleiereule, dem Reiher oder dem Fuchs. Trotz ihres Namens ist die Wasserspitzmaus nicht direkt mit Mäusen verwandt, ihre nächsten Verwandten sind Maulwürfe und Igel.

2 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Ich küre das feuchte Toilettenpapier zum Gegenstand des Jahres 2016. Dieser posierliche kleine Helfer gibt es heute nur noch in viel zu kleinen, zu reissanfälligen, zu trockenen oder zu massiv überteuerten Varianten, welche allesamt in den spärlich populierten Regalen der Supermärkte ein unnützes Dasein fristen. Die handlichen, grossen und günstigen Unterarten hingegen sind fast gänzlich ausgestorben. Soll ich darüber einen 40minütigen Videobeitrag und ein stündiges Radiouinterview produzieren?
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Rote Liste 3 = gefährdet. Vergleicht man die Verbreitungsdaten bis 2000, so haben sich die Standorte ab 2000 mehr als halbiert. Aber eben, so viel Aufsehen wie das Thema Saudi Arabien, erregt sowas nicht. Es sind ja keine Menschen, nur eine Art von jährlich Abertausenden Opfern einer kurzsichtigen Menschheit, die still und leise von diesem Planeten verschwinden.
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