Die Meisten haben keine Ahnung von Erster Hilfe

Vier von fünf Schweizer Einwohnern wissen nicht, was an einem Unfallort mit Verletzten zu tun ist. Gar über 90 Prozent der Schweizer können keine korrekte Herz-Lungen-Wiederbelebung ausführen. Der Schweizerische Samariterbund (SSB) findet diese Situation «bedenklich».

Arm mit Blut, jemand tupft ihn ab.

Bildlegende: Ein Auffrischungskurs täte Not: Die meisten Schweizer können Verletzten nicht richtig helfen. Keystone

Eine Umfrage des Touring Clubs Schweiz (TCS) und des SSB in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern stellte grosse Wissenslücken bei der Ersten Hilfe fest, wie beide Organisationen mitteilten. Die Schweizer Bevölkerung belegt mit ihren Kenntnissen über Erste Hilfe den 7. von 14 Rängen.

Knapp 50 Prozent der Befragten glauben zwar, korrekt Erste Hilfe leisten zu können. In Wirklichkeit weiss jedoch nur jeder Fünfte, was an einem Unfallort mit Verletzten zu tun ist. Selbst wenn diese Zahlen leicht über dem europäischen Mittel liegen, seien sie beunruhigend, schreiben TCS und SSB.

Die Studie zeigt zudem, dass über 80 Prozent der Schweizer die Telefonnummer 112 des Euronotrufs nicht kennen. Weiter sind fast zwei Drittel nicht in der Lage, die Lebenszeichen einer verletzten Person zu überprüfen.

Noch beunruhigender ist laut SSB, dass die grosse Mehrheit der Schweizer nicht weiss, wie man einem stark blutenden Verletzten hilft. Auch die stabile Seitenlage, in die ein Unfallopfer gebracht werden sollte, ist für fast 60 Prozent kein brauchbarer Begriff.

Die Umfrage wurde 2012 in 14 europäischen Staaten durchgeführt. In jedem Land wurden 200 Automobilisten in drei Altersstufen befragt.