Einschätzungen aus Los Angeles Die Oscar-Prognose von «G&G»-Filmexperte Philippe Klemenz

Am 26. Februar hat das Oscar-Rätselraten ein Ende. «G&G»-Filmexperte Philippe Klemenz stellt in den wichtigsten Kategorien eine Prognose – und wagt dabei am Sonntag eines Besseren belehrt zu werden.

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Oscar-Prognosen 2017 von Philippe Klemenz

3:56 min, vom 26.2.2017

Beste Hauptdarsteller

    • Casey Affleck

      Bildlegende: Casey Affleck «Manchester by the Sea» Keystone

      Casey Affleck

      Nicht ganz so klar ist das Rennen bei den Männern. Offensichtlichster Favorit wäre Casey Affleck. In «Manchester by the Sea» spielt er einen Mann, der sich nach dem Tod seines Bruders um dessen jugendlichen Sohn kümmern muss. Seine Darstellung gilt als die beste des Jahres und Casey Affleck hat mit Abstand die meisten Preise der diesjährigen Award-Saison geholt. Den SAG-Award jedoch, der von der Schauspielgewerkschaft (die meisten Mitglieder sind auch in der Oscar-Akademie) vergeben wird, bekam Denzel Washington für «Fences». Und Ryan Gosling könnte Dank einer möglichen Oscar-Flut für «La La Land» profitieren. Trotzdem, Affleck ist von der Pole-Position nicht mehr wegzudrängen (da können auch aufgetauchte, verjährte Vorwürfe sexueller Belästigung ihm nichts mehr anhaben).

Beste Nebendarsteller

    • Viola Davis

      Bildlegende: Viola Davis «Fences» Keystone

      Viola Davis

      «It’s a Lock!», sagen die Amerikaner in ihrem Fall – eine definitive Gewinnerin. Die dritte Gelegenheit einen Oscar einzuheimsen, wird die 51-jährige Schauspielerin auch packen. Mit ihrer Darstellung als leidgeplagte Ehefrau und Mutter in «Fences» führt Davis die Liste der meistgewonnen Preise der Saison an. Zudem ist sie die zurzeit erfolgreichste und meist respektierte afroamerikanische Schauspielerin Hollywoods. Nach dem Skandal der letzten beiden Jahre, als nur weisse Schauspieler bei den Oscarnominierungen in die Kränze kamen, ist bei der Academy zudem Wiedergutmachung angesagt (und nein, damit will ich auf keinen Fall ihre Favoriten-Rolle relativieren!).

    • Mahershala Ali

      Bildlegende: Mahershala Ali «Moonlight» Keystone

      Mahershala Ali

      Im Schwulendrama «Moonlight» ist der 42-jährige Kalifornier nur während insgesamt 12 Minuten zu sehen – doch seine Szenen gehören zu den Stärksten des Films. Seit Beginn der Award-Saison ist der vor allem aus dem Fernsehen («House of Cards») bekannte Schauspieler bei den Buchmachern zuoberst auf der Favoritenliste. Überraschenderweise ging er bei den Golden Globes und den Baftas leer aus, umso höher sind jetzt seine Chancen auf den Oscar.

Beste Regie

    • Damien Chazelle

      Bildlegende: Damien Chazelle «La La Land» Keystone

      Damien Chazelle

      Hier gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Barry Jenkins. Zwar ist Jenkins «Moonlight» der gesellschaftspolitisch relevantere Film, in dem es um Homosexualität, Diskriminierung und Ausgrenzung geht. Und mit einem Oscar könnte Trump und seiner fremdenfeindlichen Politik ein Zeichen gesetzt werden. Doch ob die immer noch mehrheitlich weisse und männlich besetzte Academy diesem afroamerikanischen Schwulendrama den Vorzug gibt, ist fraglich. Leichter Vorteil also für den Regisseur von «La La Land». Mit seinem erst dritten Langspielfilm gilt der 32-jährige Chazelle als das Wunderkind der Stunde.

Bester Film

    • Filmplakat von «La La Land»

      Bildlegende: «La La Land» Mit Emma Stone und Ryan Gosling. Keystone

      «La La Land»

      Auch wenn er in letzter Zeit etwas von seinem Momentum verloren hat, ist das bittersüsse Musical der richtige Film zur richtigen Zeit. Dieses farbenfrohe Tingeltangel ist genau das, was den Amerikanern momentan gut tut – eine beschwingte Geschichte über Liebe, Hoffnung und Träume. Nur schon Dank seinen rekordverdächtigen 14 Nominierungen holt sich «La La Land» den wichtigsten Preis des Abends (neun Trophäen werden es übrigens insgesamt sein, wenn ich mich schon aus dem Fenster lehne…).

Für «G&G» bei den Oscars

    • «G&G»-Filmexperte Philippe Klemenz

      Bildlegende: Für «G&G» in Los Angeles SRF

      Der «G&G»-Filmexperte

      Philippe Klemenz beobachtet seit Jahren das Geschehen rund um die Traumfabrik Hollywood und nimmt für «Glanz & Gloria» regelmässig die Filmwelt unter die Lupe.

Sendung zu diesem Artikel

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

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    Aus 10vor10 vom 24.2.2017

    Sonntagnacht werden in Los Angeles die Oscars vergeben. Auch Schweizer Filme stehen im Fokus. Unter anderem der Kurzfilm «La femme et le TGV» des Regisseurs Timo von Gunten sowie der Animationsfilm «Ma vie de courgette» von Claude Barra.

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    Aus glanz und gloria vom 24.2.2017

    Die Oscarverleihung vom kommenden Sonntag hat das Potenzial, eine der politischsten der letzten Jahrzehnte zu werden. Denn im liberalen Hollywood ist der neue Präsident Donald Trump alles andere als beliebt. Das spüren auch die Schweizer Filmschaffenden in Hollywood. Doch ist eine Oscar-Rede die passende Gelegenheit für politische Statements? Darüber gehen die Meinungen auseinander.

  • Schweizer Filmemacher im Oscar-Rennen

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    In der Nacht auf Montag werden in Los Angeles die Oscars vergeben. Dieses Jahr sind drei Schweizer Filme nominiert: Der Kurzfilm «La Femme et le TGV», der Animationsfilm «Ma Vie de Courgette» sowie die Doku-Coproduktion «I Am Not Your Negro». Einige der nominierten Schweizer Filmschaffenden sind schon in Kalifornien – und fiebern der Preisverleihung entgegen.