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Panorama Digital vor Schalter: SBB setzt auf Online-Ticketverkauf

Die SBB fährt digital. Die bestehende Mobile-App wird überarbeitet und soll künftig zum mobilen Reisebegleiter werden. Die SBB investiert in ihre digitale Zukunft viel Geld. Auf der Strecke bleiben die Billett-Schalter und Kunden, die mit den digitalen Angeboten nicht mithalten können.

Legende: Video SBB setzt auf Billettverkauf via Handy abspielen. Laufzeit 03:17 Minuten.
Aus 10vor10 vom 24.11.2015.

Billette der SBB können künftig mit nur zwei Klicks online gekauft werden. Dies ermöglicht ab Ende 2016 die neue SBB Mobile-App. «Wir wollen einfacher werden und damit neue Möglichkeiten schaffen», erklärte Jeannine Pilloud, Leiterin Personenverkehr bei der SBB, vor den Medien in Zürich.

Online statt Schalter

Die SBB setzt beim Billett-Verkauf vermehrt auf Absatzkanäle im Internet. Wurden im Jahr 2012 noch knapp 30 Prozent der Billette am Schalter verkauft, werden gemäss Erwartungen der SBB im Jahr 2023 nur noch 10 Prozent der Billette am Schalter ausgestellt. Die Verkäufe an den Automaten sollen demnach ebenfalls zurückgehen – auf rund 30 Prozent.

Dagegen verkauft die SBB immer mehr Billette online oder via Smartphone-App: 2023 soll der Anteil 50 Prozent der Verkäufe betragen. Gemäss SBB widerspiegelt diese Entwicklung veränderte Kundenbedürfnisse.

Die Konsequenz ist: In der Schweiz werden immer mehr Billett-Schalter geschlossen. In den letzten zehn Jahren sei jeder dritte Schalter abgebaut worden, fand das Konsumenten-Magazin «K-Tipp» heraus. Die SBB wollte diese Zahlen nicht kommentieren.

Kunden fahren online günstiger

Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz SKS beurteilt diese Entwicklung skeptisch. Stalder vermutet dahinter eine Strategie, wie die Konsumentenschützerin gegenüber der Sendung «10vor10» erklärt.

Die Konsumenten würden möglicherweise durch gezielte Anreize von den Billett-Schaltern ferngehalten: «Es gibt Leute, die nicht online kaufen wollen oder können oder zusätzliche Beratung wünschen. Und diese brauchen einen Schalter. Und vielfach ist es so, dass diese Personen dann zusätzliche Gebühren zahlen müssen, gerade im internationalen Verkehr.»

Jeannine Pilloud, Leiterin Personenverkehr bei der SBB, bestreitet das. Hinter dem Ausbau der Absatzkanäle im Internet stecke keine Strategie. Das Ziel sei auch nicht, Kunden zu verärgern oder damit den Abbau von Billett-Schaltern zu befeuern. Aber: «Ein ähnliches System gilt etwa bei Flugbuchungen. Wer sparen will, muss online gehen. Diese Möglichkeit haben wir mit Online-Sparangeboten geschaffen. Diese Angebote werden an den Schaltern eher nicht nachgefragt.» Pilloud ergänzt, Kunden könnten auch am Automaten zu günstigen Billetts kommen.

Neue App ab Ende 2016

Eine erste Testversion der neuen SBB Mobile APP ist ab heute verfügbar. Um die App weiterzuentwickeln, wird die SBB die Kunden bei deren Entwicklung einbeziehen. Vorerst kann die Testversion nur von Android-Benutzern benutzt werden. Im ersten Quartal 2016 können auch iPhone-Nutzer bei der Weiterentwicklung mitmachen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Das GA gab den Passagieren bisher das Recht ungehindert kruz und quer durch die Schweiz zu fahren - heute muss sich der ganz normals Bürger einscannen und überwachen lassen, ob er will oder nicht. ME ist das eine Verschlechterung der Komfortzone und sollte mindestens mit Preisabschlägen kompensiert werden. Es ist gut und schön - ab und zu auch praktisch, online einzukaufen oder Tickets zu bestellen - aber es sollte freiwillig bleiben und nicht lückenlos erfolgen.
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  • Kommentar von F. Bachmann (fbach)
    Online = protokolliert, gespeichert (auf Vorrat), überwacht, analysiert und fremdbestimmt. "BiBo" wird dann wohl den Durchbruch für den gläsernen SBB-Kunden und den totalüberwachten ÖV-Nutzer bedeuten.
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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Bald fahren die SBB nur noch Online.
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