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Panorama Ein Toter und Verletzte: Sturmtief Niklas wütete in der Schweiz

Windböen erreichten am Dienstag Spitzenwerte von bis zu 165 Kilometern pro Stunde. In Andelfingen geriet eine Person unter einen umstürzenden Baum und starb, insgesamt wurden mindestens acht Menschen verletzt.

Seit Sonntag sorgen Tiefdruckgebiete über Nordeuropa immer wieder für Sturm in Mitteleuropa. Heute Dienstag sorgte nun Tief Niklas in der Schweiz für einen noch stärkeren Sturm.

Bereits am frühen Dienstagmorgen wurden auf Crap Masegn in der Surselva (GR) 165 Kilometer pro Stunde gemessen. Fast gleichzeitig registrierte der Windmesser auf dem Säntis einen Wert von 147 km/h. Doch auch im Flachland blies der Wind mancherorts mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde.

Ein Todesopfer und mehrere Verletzte

In einem Wald bei Andelfingen im Zürcher Weinland fiel ein Baum auf ein Auto. Dabei kam eine Person ums Leben, wie die Kantonspolizei gegenüber «Schweiz Aktuell» bestätigte.

Ausserdem wurden im Verlauf des Tages mindestens acht Menschen verletzt. Sie wurden laut Polizeimeldungen im Freien oder in ihren Fahrzeugen von umstürzenden Bäumen und Gegenständen getroffen und mussten zum Teil ins Spital gebracht werden.

Einschränkungen im Strassen-, Schienen- und Luftverkehr

Aber auch der Strassen-, und Schienenverkehr war zeitweise beeinträchtigt. Auf der Autobahn A1 wurde ein leerer Lastwagen-Anhänger bei Sirnach (TG) von einer Sturmböe auf die Leitplanke gekippt. Glimpflich ging laut der Solothurner Polizei ein Zwischenfall auf der A1 bei Kriegstetten (SO) aus. Dort war kurz vor Mittag ein Baum auf die Autobahn gestürzt.

Legende: Video Sturm fegt über Schweiz abspielen. Laufzeit 2:10 Minuten.
Aus Tagesschau vom 31.03.2015.

In der Stadt Zürich wurde ein halbes Kirchendach losgerissen. Das mehrere hundert Kilo schwere Kupferteil der «Kirche der Christlichen Wissenschaft» stürzte auf die Strasse. Wie die Polizei mitteilte, verlief der Zwischenfall glimpflich: Verletzt wurde niemand, drei Autos wurden stark beschädigt.

In der Stadt Basel konnten mehrere Tramlinien nicht mehr wie gewohnt verkehren. Auch die Appenzeller Bahn meldete Unterbrüche.

In den Bergen wurden diverse Bergbahnbetriebe eingestellt. Betroffen war beispielsweise die Matterhorn-Gotthard-Bahn zwischen Andermatt (UR) und Disentis (GR). Per Bahn nicht erreichbar war am Vormittag auch der Luzerner Hausberg Pilatus. Auch im Titlis-Gebiet in Obwalden und am Urner Gemsstock stehen die Seilbahnen still und die Skipisten bleiben geschlossen.

Auf dem Flughafen Zürich-Kloten führte «Niklas» bisher nur zu kleineren Verspätungen. Gedulden mussten sich am Vormittag einzig Passagiere von und nach Amsterdam. Ihre Flüge hatten bis zu drei Stunden Verspätung, weil der Sturm in den Niederlanden besonders heftig war.

Auch am Mittwoch noch sehr windig

Mittlerweile hat der Wind etwas nachgelassen. Da er die Richtung aber leicht ändere, könnten stellenweise weiterhin Böen auftreten, sagt Gaudenz Flury von SRF Meteo. Und auch am Mittwoch blase der Wind weiter, wenn auch nicht mehr ganz so heftig wie am Vortag.

Sturm-Bilder

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7 Kommentare

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  • Kommentar von John Morley, Zurich
    Ironie des Tages? 2 Nachrichten auf 1 Seite: Positiv und singbar – Schweiz sucht neue Hymne... Fährst im wilden Sturm daher, Bist du selbst uns Hort und Wehr, Du, allmächtig Waltender, Rettender! In Gewitternacht und Grauen Laßt uns kindlich ihm vertrauen! Ja, die fromme Seele ahnt Ja, die fromme Seele ahnt Gott im hehren Vaterland! Gott, den Herrn, im hehren Vaterland!
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  • Kommentar von bruno brun, äntlibuech LU
    ich sehe fast nur faulende, flachwurzelnde fichten im raum zürich, die umgeknickt sind wie streichhölzer. pflanzt lieber laubbäume mit pfalwurzeln, die halten den böen besser stand. finde vorallem lustig, das wir den von uns verursachten wetterphänomenen menschliche namen gegeben haben, ist das selbstironie oder grenzt es schon an waghalsigem sarkasmus? xD haha
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    1. Antwort von tom rosen, erlenbach
      Von uns verursachte Tiefdruckgebiete im April? Mit Sturm? Ja, das ist schon sehr aussergewöhnlich und sicher menschgemacht. Aprilwetter - schon mal gehört? Wechselhaftes Aprilwetter vielleicht? "April, April, der macht was er will"? Na klar - alles Menschgemacht. Seit 300 Jahren (da liegen die Wurzeln dieser "Volksweisheit") Klimaerwärmung durch Abgase. Von damals 1.2 Mia. Zu-Fuss-Gehern und 300 Mio. Reitern verursacht, gell? Bitte geht vor dem Posten zur Schule. Das hilft.
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  • Kommentar von A. Kistler, Walensee
    Das ist sicher alles wegen der globalen Erwärmung. So wie auch der Schnee, der in den nächsten Tagen in höheren Lagen fällt. Heutzutage werden doch alle Wetterkapriolen der globalen Erwärmung zugeschrieben xD
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    1. Antwort von Res Kess, Schaffhausen
      Klimaerwärmung ist nur eine verniedlichung für die aktuelle Klimazerstörung. Vieviel Milliarden liter Treibstoff verbrennt allein die schweiz pro Jahr?! Naja so Stürme sind wohl nicht direkt kausal. Das jedesmal wenns Stürmt diese Diskussion entsteht aber schon. Das Gewissen lässt sich eben nicht abschalten, motoren schon, eigentlich, nur ist der Mensch zu dumm dazu....... . Sterben wir deshalb aus? Werden wir überfahren? Erschlägt uns ein Baum. Wie weh tut der Weltuntergang? ? Gute Nacht Leute.
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    2. Antwort von Gion Schnyder, Siat
      Ja, für die naiven alle. Für die andern nur die extremen!
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