«Eine Ehre, die du nicht ablehnen kannst»

Prominente und Politiker haben auf dem Frankfurter Hauptfriedhof Abschied von Marcel Reich-Ranicki genommen. Der «Literaturpapst» war letzte Woche im Alter von 93 Jahren gestorben.

Sarg.

Bildlegende: Ein schlichter Sarg, aber viele Blumen und grosse Reden. Keystone

«Seine Stimme wird immer dort zu hören sein, wo Literatur ist», sagte der Mitherausgeber der «FAZ», Frank Schirrmacher. Für die Zeitung hatte Reich-Ranicki seit 1958 gearbeitet.

Erfolg mit dem «Quartett»

Entertainer Thomas Gottschalk erinnerte an den Moment, als Reich-Ranicki den Deutschen Fernsehpreis zurückgewiesen hatte. «Ich verleihe dir noch einmal einen Lebenspreis und keiner bedauert es mehr als ich, dass du ihn diesmal nicht mehr ablehnen kannst.» Die Beisetzung soll im engsten Familienkreis stattfinden. Im Oktober soll es eine öffentliche Gedenkfeier in der Paulskirche geben.

Reich-Ranicki verbeugt sich.

Bildlegende: Der letzte Vorhang für den Star des Literatur-Theaters fiel letzte Woche. Reuters

Der scharfzüngige Reich-Ranicki, der in Polen als Sohn einer jüdischen Familie geboren wurde, wuchs in Berlin auf. Zusammen mit seiner Frau überlebte er das Warschauer Ghetto und kehrte 1958 nach Deutschland zurück. Das Paar hat einen Sohn.

Einem Millionenpublikum wurde er mit dem «Literarischen Quartett» bekannt. 1999 veröffentlichte er die Autobiografie «Mein Leben», die zum Bestseller wurde.