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Gewitterserie in der Schweiz Erneut heftige Unwetter – vom unteren Emmental bis zum Alpstein

Am Montagabend wurde die Schweiz von heftigen Gewittern heimgesucht. Zahlreiche Schadensmeldungen gingen ein.

Legende: Video «Erneut zogen heftige Gewitter durch die Schweiz» abspielen. Laufzeit 0:35 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.07.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Heftigen Niederschlag gab es am Montagabend vor allem im Gebiet vom unteren Emmental bis zum Appenzellerland.
  • In den Kantonen Luzern und Aargau musste die Feuerwehr mehrfach ausrücken.In den Regionen Mittelland, Oberaargau und Emmental sind 70 bis 80 Schadensmeldungen eingegangen.
  • Heute Dienstag beruhigt sich das Wetter.

Seit Samstagabend lag die Schweiz in einer schwülwarmen Luftmasse, in der es immer wieder zu Gewittern kam. Am Montagabend brachte eine Gewitterlinie vor allem heftigen Niederschlag zwischen dem unteren Emmental und dem Alpstein. In Affoltern im Emmental fielen 40,9 Millimeter Regen, im Wauwilermoos 43,4 Millimeter und in Muri/AG sogar 54,5 Millimeter. Danach verlor die Zelle etwas an Intensität. Dennoch gingen in Zürich zwischen 15 und 30 Millimeter Regen nieder. Dazu gab es zum Teil auch kräftige Windböen.

Die Region Zofingen blieb diese Nacht von heftigen Regenfällen weitgehend verschont, heisst es bei der Kantonspolizei Aargau auf Anfrage von SRF. Man habe aber rund 70 Meldungen aus dem Oberen Freiamt. Hier sei Wasser in Keller, Garagen und Gebäude geflossen. Verletzte gibt es keine.

Während des Tages immer wieder Gewitter

Schon im Laufe des Tages gab es erste kräftige Gewitter. Am Vormittag traf es zunächst das Waadtland in der Gegend von Oron, wo schon am Sonntagmittag ein Gewitter wütete. Mit 12 Millimetern Regen blieb die Menge aber noch bescheiden. Kurz vor Mittag gab es Gewitter auch am Jurasüdfuss, vor allem in der Gegend von Solothurn.

Am Nachmittag zogen Gewitterzellen vom Delsberger Becken in Richtung Aaremündung und weiter zum Bodensee. Sie brachten örtlich Hagelschlag, vor allem aber kräftige Böen. In Buchberg (SH) wurden 84 Kilometer pro Stunde registriert, in Steckborn (TG) waren es sogar 85 Kilometer pro Stunde. Am späten Nachmittag entluden sich Gewitter auch an den Voralpen und auf der Alpensüdseite. In Soglio im Bergell gingen 29,6 Millimeter Regen nieder.

Schadensmeldungen im Kanton Bern

Laut der Kantonspolizei Bern sind in den Regionen Mittelland, Oberaargau und Emmental 70 bis 80 Schadensmeldungen eingegangen. Meistens Wassereinbrüche in Wohnungen und Häuser. Grosse Schäden wurden keine gemeldet.

Wetterbesserung in Sicht

Mit der Gewitterlinie am Montagabend wurde im Norden die schwülwarme Luft ausgeräumt. In der zweiten Nachthälfte beruhigt sich die Lage, und am Dienstagvormittag ist es meist trocken. Am Nachmittag muss zwar mit einzelnen Schauern gerechnet werden, Gewitter treten aber wahrscheinlich nur noch im Süden und an den Voralpen auf und dürften bedeutend weniger heftig sein.

Schon zwei Grossereignisse

Die Gewitter vom Montagabend reihten sich fast nahtlos an die starken Gewitter vom Wochenende ein. Am Samstagabend traf es den Oberaargau, das Suhren- und Wynental am heftigsten. In Wynau und Unterkulm wurden insgesamt 77 Millimeter Regen gemessen. Die 77 Millimeter waren in Wynau der höchste je gemessene Tageswert. In Unterkulm war es der höchste je im Juli registrierte Tageswert. Der absolute Tagesrekord liegt dort bei 94,9 Millimetern und datiert vom 18. Mai 1994.

Für die Überschwemmungen am Samstag entscheidend war aber vor allem, dass der Hauptniederschlag in nur zwei Stunden fiel und der Hagel teilweise die Abläufe verstopfte. Kräftigen Gewitterregen gab es am Samstag aber auch in anderen Gebieten der Schweiz. In Cressier fielen 39,3, in Lauterbrunnen 30,9 und in Engelberg 30,4 Millimeter Regen.

Am Sonntagabend gegen 19 Uhr brach ein weiteres heftiges Gewitter über Zürich und die angrenzenden Gemeinden herein. Am Zürichberg wurden in weniger als zwei Stunden 27 Millimeter Regen gemessen, in Opfikon waren es rund 25 Millimeter. Die gleiche Gewitterzelle hatte bereits eine Stunde früher im Entlebuch starken Regen gebracht. In Flühli/LU fielen in weniger als 60 Minuten fast 35 Millimeter Niederschlag.

3 Kommentare

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  • Kommentar von S. Platter (S.Platter)
    Die ganze Welt lässt die Wirtschaft möglichst ungestört wirtschaften. Das muss sofort stoppen. Lassen wir uns von der Wirtschaft nicht mehr vormachen, dass die Energiewende zu teuer sei! Die Folgen des Klimawandels werden massiv teurer sein und bezahlen wird die Allgemeinheit, nicht die Wirtschaft. Dieses Problem wird kaum von der Politik gelöst werden, sondern durch den Druck der Masse der Leute. Verbünden wir uns weltweit und lösen wir dieses Problem bevor es zu spät ist.
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    DAS hat doch mit dem Klimawandel nichts zu tun, .....oder.....?
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  • Kommentar von Christoph Hagmann (Christoph Hagmann)
    Jede Versiegelung, jeder Hausplatz der geteert oder jedes Sträußchen führt zu mehr Oberflächenwasser in noch kürzer Zeit. Wir müssen bei dieser Verdichtung im Mittelland mit ähnlichen Ereignissen in Zukunft rechnen.
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