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Exklave Kaliningrad Eine von der Geschichte gezeichnete Stadt

Kaliningrad liegt in Russland, aber gleichzeitig auch mitten in Europa. Ein Blick auf einen der Spielorte der Schweizer Fussballmannschaft.

Legende: Video So bereiten sich die Fans vor abspielen. Laufzeit 00:53 Minuten.
Aus SRF News vom 22.06.2018.

An der Fussball-WM spielt die Schweiz heute Abend im russischen Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg, gegen Serbien. Es ist der westlichste Austragungsort dieser WM: Die russische Exklave ist über 1000 Kilometer von Moskau entfernt und eine Art russische Insel, umgeben von Ländern der EU.

Diese exponierte Lage macht Kaliningrad stark abhängig von den Beziehungen zum Westen – und im Spezifischen zur Europäischen Union.

Legende: Die russische Exklave Kaliningrad liegt zwischen Polen und Litauen an der Ostsee. SRF

Vor Ort ist die künftige Russland-Korrespondentin von SRF, Luzia Tschirky. Ihr hätten in den letzten Tagen junge Menschen wiederholt gesagt, dass sie ein besseres Verhältnis zum Westen wollten. «Das sind Worte, die man in Russland nicht unbedingt jederzeit hört.» Denn der Ton habe sich insbesondere seit der Annexion der Krim durch Russland verschärft.

Luzia Tschirky

Luzia Tschirky

Russland-Korrespondentin

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Im Frühling 2019 wird Luzia Tschirky SRF-Korrespondent Christof Franzen in Moskau ablösen und die TV-Korrespondentenstelle für die Region Russland und die ehemalige UdSSR übernehmen. Bis dann wird sie den trimedialen Journalismus-Stage bei SRF abgeschlossen haben. Im Rahmen ihrer Ausbildung vertritt Luzia Tschirky bereits im Sommer 2018 Christof Franzen für einige Monate.

«Man spürt auch hier, dass diese Annexion zu einer schwierigen Situation mit der Europäischen Union geführt hat.» So können russische Bürger aus Kaliningrad derzeit nur mit einem Visum ins benachbarte Ausland. «Wer also nach Russland reisen möchte, muss fliegen», erklärt Tschirky.

Löcher im Stadion des FK Baltika

Kaliningrad blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Das sei auch heute noch sichtbar, sagt Tschirky. «Ich war erst gestern im ältesten Stadion Russlands. Dieses Stadion ist noch zu Königsberger Zeiten eröffnet worden.»

Im ältesten Stadion Russlands findet man noch Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg.
Autor: Luzia Tschirky

Ursprünglich hat dort eine deutsche Mannschaft gespielt. Heute ist es die Heimat des FK Baltika. «Man findet dort noch Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg.» Das zeige, wie sehr die Geschichte Kaliningrads dieses Stadion gezeichnet habe, und wie gezeichnet diese Stadt immer noch ist.

Auf sumpfigem Gelände gebaut

Das Stadion, in dem das Weltmeisterschaftsspiel Schweiz-Serbien heute Abend ausgetragen wird, ist hingegen ganz neu gebaut worden. «Es ist ein interessanter Kontrast, denn das Stadion ist wunderschön», sagt Tschirky: «Es blitzt und glänzt in der Sonne.» Allerdings sei das Stadion auf sumpfigem Gelände gebaut worden. «Dort war davor einfach Niemandsland.»

Stadion mit Sand davor
Legende: Das extra für die WM gebaute Kaliningrader Stadion wurde im Sand verankert. Keystone

Damit man das Stadion überhaupt habe bauen können, sei das ganze Gebiet darum herum mit Sand zugeschüttet worden, erklärt sie. «Man hat meterhoch Sand hingekarrt, damit man die Pfeiler für das Stadion stabil in den Boden rammen konnte.» Die Bevölkerung frage sich deshalb: «Wird dieses Stadion eines Tages, wenn die WM zu Ende ist, nicht einfach davonschwimmen, weil der ganze Sand das Stadiongebäude vielleicht doch nicht tragen kann?»

Aus Schweizer Sicht dürfte hingegen vor allem wichtig sein, dass das Stadion das Gruppenspiel gegen Serbien am heutigen Abend übersteht.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Albert Planta (Plal)
    Srf: warum wurde im polnischen Teil Ostpreußens die deutschen Ortsnamen verwendet und im russischen Teil die russischen?
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    1. Antwort von SRF News
      Lieber Herr Planta, unsere Karte verwendet, wo immer möglich, die deutsche Schreibweise für Ortsnamen. Freundliche Grüsse, die Redaktion
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    2. Antwort von SRF News
      Auf die Bezeichnung der verschiedenen Ortsteile haben wir keinen Einfluss. Dies ist das Programm, welches die Ortsnamen so automatisch einblendet.
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    3. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Ich nehme mal an, Kaliningrad darf unter keinen Umständen mehr Königsberg heißen . Die Russen wären erbost. Das gleiche Spiel war früher mit Leningrad und St. Petersburg:-)
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Zur Geschichte: Aufgrund des (geistlichen) Deutschen! Ritterordens der ab ca.1200 die Prussen u. das Baltikum dem Christentum unterwarfen, wurde eine Ordensburg Königsberg im 1255/1286 (vor CH im 1291) gegründet u. ab dann war es Hauptstadt der Preussen als Herzogtum/Königreich. Im 1701 liess sich der Herzog Friedrich III von Brandenburg in Königsberg zum König von Preussen krönen. Deshalb wurde ab 1772 aus Preussen Ostpreussen. In Königsberg lebte der grosse Philosoph Immanuel Kant (1724-1804).
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  • Kommentar von Luzius Brotbeck (LuziBrot)
    Entgegen dem was Luzia suggeriert, wollen viele Menschen bessere Beziehungen zum Westen, selbst der viel gescholtene russische Präsident hat mehrfach sich für eine Zollunion und eine gemeinsame eurasische Sicherheitsarchtiktur von Lissabon bis Wladiswlostok eingesetzt und dem Europa die Hand ausgestreckt. Im Gegensatz nur NATO welche auf fast 1'000 Mia USD aufgerüstet und ausgedehnt hat, ist Russland eines der wenigen Länder, das abgerüstet hat und zwar auf 66 Mia USD um 20%.
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