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Panorama Fährt der Reisecar ökologischer als der Zug?

Beispiel Warschau: Eine Car-Fahrt in die polnische Hauptstadt ist ökologischer als eine Zugreise. Denn mit dem Bus ist der CO2-Ausstoss tiefer als mit dem Zug. René Estermann, Geschäftsführer der Klimaschutz-Stifung «MyClimate», erklärt warum.

Ein Reisebus unterwegs auf einer Überlandstrasse.
Legende: Der Bus hinterlässt einen kleineren ökologischen Fussabdruck, wenn er voll besetzt ist. Colourbox

Will man «grün» verreisen, steigt man am besten in einen Zug. So die gängige Meinung. Berechnungen der Klimaschutz-Stiftung «MyClimate» kommen nun aber teilweise zu einem anderen Ergebnis. Eine Car-Fahrt nach Warschau ist ökologischer als eine Zugreise.

Legende:
CO2-Emissionen für die Reise Bern-Berlin-Warschau (Gerechnet für 1 Person, Hin- und Zurück) Gerechnet wurde beim Auto mit einem Treibstoffverbrauch von 6.5 L pro 100 km, was in etwa dem durchschnittlichen Verbrauch von Neuwagen entspricht. Reisen vier Personen im Auto mit, sind die Emissionen pro Person für Bern-Berlin-Warschau und zurück mit 188 kg CO2 nur rund ein Viertel höher als per Zug. Fährt jedoch nur eine Person mit dem Auto, sind die Emissionen sogar höher als per Flugzeug. Nämlich rund 750 kg im Vergleich zu 680 kg CO2 per Flug. Beim Reisecar wurde mit einer Auslastung von 100 % gerechnet. myclimate

«Eine Person hinterlässt nach Warschau mit dem Reisecar einen Fussabdruck von 70 bis 80 Kilogramm CO2. Mit dem Zug sind es bereits 120 Kilogramm pro Person», erklärt René Estermann, Geschäftsführer von «MyClimate».

Bei einer Fahrt nach Südfrankreich hingegen schneidet der Zug besser ab. Weshalb dieser Unterschied? Wegen des Stroms: In Deutschland und Polen wird die Bahn mit Strom angetrieben, der vor allem aus Gas und Kohle hergestellt wird: «Eine Kilowattstunde Energie beinhaltet in Osteuropa dementsprechend viel mehr CO2-Emissionen als in der Schweiz oder eben in Frankreich.» In diesen Ländern basiert die Stromproduktion auf erneuerbaren Energien (Schweiz) und auf der Nuklearenergie (Frankreich).

Legende:
CO2-Emissionen für die Reise Bern-Genf-Marseille-Cassis (Gerechnet für 4 Personen, Hin- und Zurück) Bei einem Flug wurde mit einer Auslastung von 77 % gerechnet. Beim Reisecar mit einer Auslastung von 80 %. myclimate

Der zweite Grund, weshalb Bus-Reisen im Ökovergleich gut abschneiden, ist die Auslastung. Die Bahn ist an den Fahrplan gebunden und fährt auch zu Randzeiten. Die Car-Unternehmer haben dagegen den Vorteil, dass sie dann fahren, wenn es sich lohnt.

Die hohe Auslastung sei die Stärke der Car-Reisen, sagt André Kirchhofer vom Nutzfahrzeugverband Astag: «Es lohnt sich schlichtweg nicht, eine Reise, bei der ein Car praktisch leer ist, zu unternehmen.» Bei einer Fahrt nach Warschau schlägt also der Car den Zug. Und beide schneiden besser ab als das Auto und viel besser als das Flugzeug.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von P-A Bertholet, Aarau
    Es kann sein, dass man dabei etwas ökologischer fährt, aber: gefährlich!! Man soll nicht vergessen dass es viel zuwenig geeignete Busfahrer/innen gibt. Das heisst: wer billig fährt, sitzt am Lenkrad! So ist es! Gutes Personal gibt es schon, es kostet halt ein paar Franken mehr! Leider!!
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  • Kommentar von Daniel Briner, Neerach
    und erst ökonomisch gesehen ... natürlich ohne MyClimate, denn dann wird's wieder nur ökologisch, offensichtlich nur das ja interessiert, wenn überhaupt und wer's glaubt; meistens dann solange nur, wie sie in ihr Portemonnaie und auf die Uhr schauen - ausser man ist Bundesangestellter, der reist immer MyClimate CO2-ausgeglichen, klar auch auf meine Kosten.
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  • Kommentar von T. Hofer, Rosshäusern
    Auch wenn hier bloss altbekannte Fakten neu verkündet werden ist es doch erfreulich, dass der Aspekt der Auslastung der Bahn auch vom Trendverein «MyClimate» endlich mal berücksichtigt wird!
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