Fidschi-Inseln: Opferzahl nach Zyklon «Winston» steigt

Beim heftigsten Tropensturm, der die Fidschi-Inseln je getroffen hat, sind nach neuesten Angaben mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. In manchen Gebieten wurden 90 Prozent der Häuser dem Erdboden gleichgemacht. Viele der mehr als 300 Inseln sind noch immer von der Aussenwelt abgeschnitten.

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Immense Zerstörung nach Zyklon «Winston»

0:57 min, aus Tagesschau am Mittag vom 22.2.2016

Der mächtigste Zyklon, der die Fidschi-Inseln je getroffen hat, hat Tod und Chaos zurückgelassen. Mindestens 21 Menschen sind ums Leben gekommen, als «Winston» am Wochenende mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern pro Stunde über die Inseln gerast ist. Dies berichtet das Nachrichtenportal «Fijivillage».

Zerstörte Häuser in einem kleinen Dorf

Bildlegende: Ein Überflug der Luftwaffe Neuseelands zeigt komplett zerstörte Häuser. Die Einwohner sind auf Hilfe angewiesen. Keystone

Die Zahl der Toten könne noch weiter ansteigen, sagte der Leiter der Katastrophenschutzbehörde, Akapusi Tuifagalele. Doch das grosse Ausmass der Verwüstungen wird allmählich deutlich. Tausende Häuser und einige Brücken wurden beschädigt oder zerstört, wie die neuseeländische Luftwaffe nach einem Überflug auch abgelegener Südpazifik-Inseln dokumentierte.

«Winston» traf am Samstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 325 Kilometern pro Stunde auf der Hauptinsel Viti Levu auf Land.

Erdrutsche verschütten Zugangswege

«Wir haben Landsleute, die kein Wasser haben, kein Dach über dem Kopf und keine öffentliche Versorgung», sagte Regierungschef Voreque Bainimarama, wie die Regierung per Facebook mitteilte. Die Versorgung der Einwohner auf den abgelegenen Inseln habe höchste Priorität.

Der Strom wurde in Teilen der Hauptinseln wieder hergestellt, aber viele der mehr als 300 Inseln waren noch von der Aussenwelt abgeschnitten. Vielerorts waren Wege durch Erdrutsche verschüttet.

90 Prozent der Häuser zerstört

Am Südende der Insel Taveuni seien 90 Prozent der Häuser dem Erdboden gleichgemacht, berichtete «FijiVillage». Die Menschen hätten keinen Zufluchtsort, um sich vor Wind und Regen zu schützen, sagte ein Schulmanager.

Karte zeigt die Fischi-Inseln östlich von Australien

Bildlegende: Die Fidschi-Inseln sind ein beliebtes Reiseziel für Australier und Neuseeländer. SRF

Wegen des Zyklons wurden alle Schulen für eine Woche geschlossen – viele von ihnen wurden zu Notunterkünften umgewandelt. Insgesamt wurden mehr als 750 derartige Unterkünfte eingerichtet. Australien und Neuseeland versprachen eine Millionenhilfe für den Inselstaat mit rund 900'000 Einwohnern.

Alle Touristen seien in Sicherheit, teilte der Tourismusminister mit. Die meisten Hotelanlagen hätten keine schweren Schäden erlitten. Der internationale Flughafen von Nadi wurde am Montag wieder geöffnet. Jedes Jahr kommen rund 750'000 Besucher auf die Fidschi-Inseln, die meisten aus Australien und Neuseeland.