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Panorama Flicken statt entsorgen: Mit Expertenhilfe funktioniert's wieder

An diesem Wochenende öffnet das erste «Repair Café» in Bern seine Türen. Mit Hilfe von Experten kann hier jedermann seine kaputten Gegenstände flicken. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), die das Café initiiert hat, will damit den Schritt weg von der Wegwerfgesellschaft propagieren.

Legende: Video «Reparieren statt wegwerfen» abspielen. Laufzeit 1:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.04.2014.

Die heutige Lebensweise – neu ist besser – begann in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Damals veränderte sich die Produktionsweise. Die Verwendung von Kunststoff in der Herstellung wurde gebräuchlicher und Einwegprodukte populärer. Damit veränderten sich die Konsumgewohnheiten, schreibt die SKS in ihrem Ratgeber «Nachhaltig konsumieren».

Die Produkte landen rasch im Müll – das hat zum Begriff der Wegwerfgesellschaft geführt. Die Abfallmenge hat in der Schweiz seit 1990 um 30 Prozent zugenommen. 2011 lag sie bei 689 Kilogramm pro Kopf. Dies obwohl die Schweizer laut einer Studie der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) die Umweltbelange als nahezu ebenso wichtig einstufen, wie die Belange der Wirtschaft. Im Fokus steht hierbei vor allem die Zerstörung der natürlichen Ressourcen.

Hilfe ist gratis – Ersatzteile kosten

Wie eine Person über eine Sache denkt und wie sie letztlich handelt – das sind wohl aber immer zwei Paar Schuhe. Statt in den Müll werfen, sollen die Schweizer ihre Gegenstände, die oft nur minimal kaputt sind, selber reparieren. Das sollen sie im ersten «Repair Café» tun, das an diesem Wochenende in Bern eröffnet wird.

Egal ob Kamera, Smartphone oder der Lieblingspullover; die Besucher können ihre defekten Gegenstände vor Ort flicken. Die Besucher werden von erfahrenen Profis angeleitet und profitieren von kostenlosem Fachwissen und passendem Werkzeug. Vor Ort sind ehrenamtliche Schneider, Elektroniker, Elektriker, Informatiker, Schreiner, Buchbinder und Ingenieure.

Gängige Ersatzteile können zu Selbstkostenpreisen vor Ort gekauft werden. Ziel des «Repair Cafés» ist es, die Kultur des Reparierens wieder aufleben zu lassen und aufzuzeigen, dass viele Produkte repariert werden können und nicht im Müll enden müssen. Dies schreibt die SKS in einer Mitteilung.

«‹Repair Cafés› bieten die Möglichkeit, konkret etwas gegen den Ressourcenverschleiss und die wachsenden Abfallberge zu unternehmen», so die SKS.

Weitere Beispiele

In der Schweiz existieren bereits mehrere solcher «Repair Cafés». Tipps und weitere Links gibt es hier.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Feeridee Grau, Zürich
    Eine ganz tolle Idee! Es würde zudem helfen, wenn sich die Mentalität der Menschen verändern würde, Werbung die zum sinnlosen "Muss ich haben" Kauf verboten und ein System geschaffen würde, wo die Menschen sich nicht über Waren definieren.
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  • Kommentar von Jens Brügger, Schaffhausen
    Das eigentliche Problem liegt doch bei den Herstellern, deren Produkte absichtlich schnell kaputtgehen! Unser geldgeiles Wirtschaftssystem ist Schuld! Oder wer will mir erzählen, dass der technologische Fortschritt immer weitergeht aber die Geräte stets weniger lange funktionieren.? Naťürlich ist reparieren sinnvoll, aber das istnur Symptombekämpfung!! Besser man würde sich um die Ursachen des Problems kümmern.
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  • Kommentar von B. Küng, Biel
    Super Idee. Endlich mal was Nachhaltiges. Das SKS sollte in jeder grösseren Stadt ein solches Café eröffnen. Vielen Dank und weiter so, SKS.
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