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Fliegende Taxis Verkehrschaos in der Grossstadt: Die Lösung liegt in der Luft

Für viele Pendler wäre es ein Traum: Anstatt im Stau zu stehen, bestellen Sie künftig per App ein fliegendes Taxi, das sie rasch von A nach B bringt. Tönt nach Zukunft, könnte aber bald Realität sein.

In Dubai sind die Pläne bereits weit fortgeschritten: Fliegende Taxis sollen dort bis in fünf Jahren zwischen Wolkenkratzern hin und her fliegen. Das Emirat setzt dabei auf die Geräte von Volocopter. Das deutsche Unternehmen aus Bruchsal hat diesen Herbst in Dubai bereits erfolgreich autonome Testflüge absolviert.

Der Volocopter wird autonom durch Sensoren und einen Computer gesteuert. Er gleicht zwar einem Helikopter, wird aber von achtzehn kleinen Rotoren angetrieben. Jeder kann einen solchen Volocopter fliegen. Flugkenntnisse braucht es keine, sagt Stephan Wolf, Mitgründer von Volocopter. Die Steuerung übernimmt der Computer.

Beim Helikopter ist der Mensch der Sensor, der mit Auge und Gleichgewichtsorgan schaut, ob der Hubschrauber noch die richtige Lage hat. Bei uns wird das mit elektronischen Sensoren erfasst und ein Computer berechnet die Drehzahlen für die Rotoren.
Autor: Stephan WolfMitbegründer Volocopter

Die Technik ist das Eine. Andere Fragen müssen erst noch geklärt werden – viele auf internationaler Ebene: Wie sollen diese Fluggeräte in den Luftraum integriert werden? Und wie steht es mit der Versicherung? Trotzdem nimmt Volocopter im nächsten Jahr die Serienproduktion in Angriff.

Lösen fliegende Taxis das Problem?

Mobilitätsforscher und Entwickler sind sich einig. Fliegende Taxis sind die Zukunft, sie alleine werden die Verkehrsprobleme in Grossstädten aber nicht lösen:

Wir schaffen damit die Möglichkeit für einzelne Personen die Qualität zu erhöhen. Aber wir schaffen es nicht, den gesamten Stadtverkehr damit besser zu machen.
Autor: Thomas SauterMobilitätsforscher

Um das Verkehrschaos auf den Strassen zu lösen, sollte – anstelle der Einführung neuer Verkehrsmittel – die bestehende Infrastruktur besser genutzt werden. «Wir haben derzeit kein Kapazitätsproblem, sondern ein Auslastungsproblem», sagt der Mobilitätsforscher Thomas Sauter. Er lehrt an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Zur Hauptverkehrszeit sitzen 1,1 Personen im Fahrzeug. Drei bis vier Plätze pro Auto sind leer.

Strassen werden entlastet

Volocopter indes ist überzeugt, dass seine Fluggeräte sehr wohl die Innenstädte vom Verkehr entlasten können. Vor allem, wenn es Flüge von A nach B sind, auf einer klar definierten Strecke.

Aber auch für Wolf, den Mitgründer von Volocopter, ist klar, dass sein Fluggerät das Verkehrschaos in den Grossstädten nicht vollständig lösen wird.

Der Lufttransport kann nur ein Teil der Lösung sein. Ich glaube schon, dass auch weiterhin auf dem Boden Transportmittel vorhanden sein müssen.
Autor: Stephan Wolf

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18 Kommentare

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