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Gängige Mythen Die sieben grössten Irrtümer im Winter

Gesundheit, Schnee und Verkehr: Wie Sie am besten durch die kalte Zeit kommen, ohne aufs Glatteis zu geraten.

1. Schnee fällt nur bei Temperaturen unter null Grad

Ein Schneemann.
Legende: SRF-Augenzeuge / Rainer Kitz

Stimmt nicht. Der Schnee bei positiven Temperaturen besteht aus grösseren Flocken und ist nass. Auch bei Temperaturen über 0 °C schmelzen Schneeflocken nicht sofort, weil der Schmelzvorgang ihrer näheren Umgebung Wärme entzieht. Je trockener die Luft ist, desto langsamer schmelzen die Flocken.

Interessant sind die Eigenschaften des nassen Schnees. Er lässt sich nämlich gut formen – wer also einen Schneemann bauen will, sollte das nicht bei zu tiefen Temperaturen versuchen, denn je kälter es ist, desto weniger klebt des Schnee zusammen.

2. Winterpneus sind obligatorisch

Ein Winterreifen im Schnee.
Legende: Colourbox

Die Schweiz kennt keine Winterreifenpflicht. Empfohlen wird der Gebrauch von Winterpneus unter einer Temperatur von ungefähr sieben Grad. Als praxisnahe Faust­regel gilt: «von O bis O» – nämlich von Oktober bis Ostern. Vorgeschrieben ist nur eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern bei Sommer- sowie Winterreifen.

Kommt man aber im Winter mit den Sommerreifen ins Rutschen und verursacht so einen Unfall, kann man zur Verantwortung gezogen werden. Möglich sind eine Busse oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren wegen grober Fahrlässigkeit beziehungsweise dem Benutzen eines nicht-betriebssicheren Fahrzeuges.

3. Weihnachtssterne sind giftig

Mehrere Weihnachststerne.
Legende: Colourbox

Die im Winter beliebte Zimmerpflanze (Euphorbia pulcherrima) hat den Ruf, giftig zu sein. Weder die feuerroten Blätter, noch die Blüten dürften wegen ihrer toxischen Milch verschluckt werden. Nach neusten Erkenntnissen sind jedoch die Zuchtformen aus der Gärtnerei weitgehend ungefährlich. Um das zu belegen, testete man die Reaktion auf diverse Pflanzenteile an Laborratten. Diese zeigten keinerlei Vergiftungserscheinungen.

Allerdings sind nicht alle Zuchtformen weltweit getestet worden. Essen sollte man die Pflanze trotzdem nicht, denn sie wird gerne mit Pflanzenschutzmittel behandelt. Tiere wie Katzen dagegen reagieren weit empfindlicher auf die Giftstoffe.

4. Man erkältet sich schneller, wenn es draussen kalt ist

Zwei Erwachsene mit Nastüchern.
Legende: Colourbox

Das stimmt nicht ganz. Kälte allein macht Experten zufolge nicht unbedingt krank – irrelevant sind die Temperaturen aber nicht. Denn Viren haben bei Kälte leichteres Spiel. Grippeviren beispielsweise überlebten länger, je trockener und kälter es ist.

Zudem sind die oberen Atemwege bei kalter Luft anfälliger. So wird beispielsweise der Abwehrmechanismus der Flimmerhärchen durch Kälte und trockene Luft beeinträchtigt. Zusätzlich werden einige Funktionen heruntergefahren, wenn der Körper auskühlt, dazu gehört auch die Abwehr.

5. Am besten lässt man beim Eiskratzen schon einmal den Motor laufen

Auto im Schnee
Legende: Colourbox

Aufgepasst! Unnötiges Warmlaufen des Motors bei stehenden Fahrzeugen ist verboten. Wer erwischt wird, muss mit einer Busse von 60 Franken rechnen. Man sollte auch beachten, dass es nicht reicht, auf der Front- und Rückscheibe ein Guckloch freizukratzen. Wer nicht mit vollem Durchblick fährt, riskiert ebenfalls eine Busse und obendrein noch einem Führerscheinentzug von mindestens einem Monat.

Auch Autodach, Motorhaube und Heck- sowie Kofferraumklappe müssen vor der Fahrt vom Schnee befreit werden. Denn der herunterfallende Schnee kann nachfolgende Autofahrer behindern, wenn nicht gar gefährden.

Noch ein kleiner Tipp: Enteisen mit heissem Wasser ist heikel. Autohersteller raten davon ab. Der starke Temperaturwechsel kann zu Spannungsrissen in der Scheibe führen. Am sichersten bleiben die Eiskratzer aus Kunststoff.

6. Wenn ein kalter Wind geht, ist es die Bise

Eine Frau auf einer vereisten Bank.
Legende: Keystone

Mitnichten. Der Begriff Bise bezeichnet den Nordostwind im Mittelland. Der Wind weht meist im Genferseeraum am stärksten. Umgangssprachlich, und zum Ärger von Meteorologen, wird in der Schweiz aber auch oft jeder kühle Wind als «Bise» bezeichnet. Im Winter typisch bei Bise ist die Hochnebeldecke über dem Flachland und der strahlende Sonnenschein in den Bergen.

7. Im Winter sterben die Zecken

Eine Zecke auf der Haut.
Legende: Colourbox

Es ist wie verhext, so richtig scheint man die lästigen Spinnentiere auch in der kalten Jahreszeit nicht loszuwerden. Wird es kalt oder sogar eisig, verfallen sie in eine Starre und überleben so den Winter. Und nur bei längerfristigen Temperaturen unter minus zwanzig Grad können sie überhaupt das Zeitliche segnen. Zudem wissen Zecken genau, wo sie im Winter die wärmsten und feuchtesten Überwinterungsstätten finden.

Gut bedeckt von feuchtem Laub und Nadeln fühlen sich Zecken im Winter wohl, denn hier finden sie die für sie überlebenswichtige hohe Luftfeuchtigkeit und sind zudem gleichzeitig vor extremen Witterungsbedingungen und Fressfeinden geschützt. In milden Wintern muss man sich vor den Krabbeltieren in Acht nehmen, denn ihre Lebensgeister erwachen schon ab sieben Grad.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Beat. Mosimann (AG)
    Euphorbia pulcherrima giftig? Tja je mehr Farbstoff eine Pflanze hat umso giftiger ist sie, dies wissen die Tierchen eigentlich ganz genau:) Der Mensch kommt hoffentlich nicht auf die Idee einen Weihnachtsstern zu essen;)))
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  • Kommentar von Arturo Di Cani (Third_Lanark)
    In diesem Artikel wimmelt es von wissenschaftlich komplett falschen Schlüssen. Beispiel: "Laborratten zeigten keine Vergiftungserscheinungen wenn sie mit Weihnachtssternen gefüttert werden" "Katzen reagieren empfindlicher auf das Gift". Aus diesen Fakten schliesst der Autor, dass die Pflanze für den Menschen nicht giftig sein soll. Das ist total absurd. Beweisend für die Ungiftigkeit wäre einzig eine Placebo-kontrollierte, doppelblinde Studie, in der die Pflanze am Menschen getestet wird.
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    An was messen Sie die Grösse eines Irrtums? Als Beispiel ich habe noch gar nie gehört dass jemand sich in Bezug auf Zecken geirrt hat. Auch dass jemand geglaubt hätte dass jeder kalte Wind eine Bise ist habe ich überhaupt noch nie gehört. Also, wie kommt der Autor auf so etwas?
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