Geköpft und verbrannt: 18 Tote bei Gefängnis-Unruhen in Brasilien

Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden in brasilianischen Gefängnissen haben mindestens 18 Tote gefordert. Alleine in der Stadt Boa Vista starben 10 Personen.

Viele brasilianische Gefängnisse sind überfüllt, die Zustände schlecht (Symbolbild).

Bildlegende: Viele brasilianische Gefängnisse sind überfüllt, die Zustände schlecht (Symbolbild). Keystone

In mehreren brasilianischen Gefängnissen sind rivalisierende Banden aneinander geraten. Bilanz: Mindestens 18 Tote. Dies gab der Chef der Justizbehörde des Bundesstaates Roraima, Uziel de Castro, bekannt. Demnach starben alleine in der Stadt Boa Vista zehn Häftlinge. Die Polizei vor Ort hatte zuvor von 25 Toten gesprochen. Die Situation war offenbar sehr unübersichtlich.

Bei einer weiteren Meuterei in einem Gefängnis in Porto Velho im (Bundesstaat Rondônia) starben mindestens acht Häftlinge.

Angehörige als Geiseln genommen

Nach Angaben des Justizministeriums des Bundesstaates sind 100 Angehörige von Gefangenen in der Anstalt zwischenzeitlich als Geiseln genommen worden, berichtete «O Globo».

Diese seien in der Gewalt von Häftlingen gewesen, die mit einer Richterin zu sprechen verlangten. Die Geiseln wurden von einer Spezialeinheit befreit. Die Zeitung «Folha de São Paulo» berichtete, sie seien unverletzt geblieben.

Die Ausschreitungen sollen während der Besuchszeiten am Nachmittag (Ortszeit) begonnen haben, als eine Gruppe von Häftlingen von einem Trakt in den anderen einbrach. Sie seien mit Messern und Holzlatten bewaffnet gewesen, berichtete «O Globo» unter Berufung auf die Ehefrau eines Häftlings, die selbst dabei gewesen sein soll. Die Lage hatte sich am späten Abend schliesslich beruhigt.

Gefängnisse hoffnungslos überfüllt

Die genauen Hintergründe des Streits zwischen den Häftlingen waren zunächst unklar. Nach Informationen des Portals «UOL» handelte es sich bei den Angreifern um Mitglieder der kriminellen Organisation Primeiro Comando da Capital (Erstes Kommando der Hauptstadt).

In einem Trakt seien Mitglieder der Gang Comando Vermelho (Rotes Kommando) inhaftiert gewesen. Das Verbrechersyndikat Primeiro Comando da Capital aus São Paulo war bereits vor zwei Jahren hinter einem brutalen Gefangenenaufstand in einer Haftanstalt im Süden Brasiliens vermutet worden

Brasilien ist eines der Länder mit der höchsten Zahl von Gefängnisinsassen weltweit. Die Haftanstalten sind meist überfüllt, die Zustände schlecht. In der Vergangenheit ist es deshalb schon mehrfach zu Ausschreitungen gekommen.