«Gestern war ein Schwimmer da»

Der aktuelle Bademodentrend: Neopren. Viele Freibäder haben in den letzten Wochen vergeblich die Saison eingeläutet. Bald gibt es Schnee bis auf 1000 Meter. Auch verschiedene andere Unternehmen leiden unter dem Wetter.

Wechselhafte Pfingsten im Norden, Hochwasser im Süden. In der Nacht vom Donnerstag auf Freitag soll es laut SRF Meteo auch noch Schnee geben. Bis auf 1000 Meter. Petrus lebt sich derzeit aus.

Und dies bekommen viele Läden zu spüren. In der Metzgerei wird Aufschnitt verkauft – aber kaum Bratwürste. Die Frühlingskollektion im Kleidergeschäft ist ein Ladenhüter. Und die Gartenbeiz verkauft deutlich weniger Bier.

Gartenartikel tief im Minus

Der Frühling scheint so weiter zu machen, wie der Winter aufgehört hat: kalt. Dass die tiefen Temperaturen schon länger wirken, zeigen auch Daten des Marktforschungsinstitut GfK. Dieses hat den Detailhandel für das erste Quartal 2013 analysiert.

Der Bereich Fashion/Lifestyle hat im Vorjahresvergleich 9,5 Prozent an Umsatz eingebüsst. Vor allem wegen des Wetters. Noch schwerer traf es Do-It-Yourself-Läden und Gartenartikel-Verkäufer. Sie erlitten ein Minus von 13,3 Prozent.

Hartgesottene Schwimmer im See

Ärgerlich ist das Wetter auch für die Betreiber von Freibädern. Vielerorts hat die Badi-Saison in den letzten Wochen begonnen. Eigentlich.

Diverse Freibäder blieben in den letzten Tagen zu – einige machen aber trotzdem auf, wie etwa das Berner Marzilibad. Frische 10 Grad werden dort in der Aare gemessen, im Schwimmbecken immerhin 16,5. «Nur ganz wenige Neopren-Schwimmer haben sich in den letzten Tagen  sehen lassen», sagt der stellvertretende Anlagenchef Martin König zu «SRF News Online».

Probleme trotz beheiztem Aussenbecken hat auch das Schwimmbad in Heiden (AR). Dieses liegt ca. 800 Meter über Meer. Entsprechend kalt sind die Nächte. «Gestern war ein Schwimmer da», berichtet Badmeister Ueli Frigg. Die jetzige Situation sei schon aussergewöhnlich, doch immerhin wurden schon einige Saisonabos verkauft. Es herrscht Zuversicht.

Hartgesottene Schwimmer kennt das Zürcher Seebad Utoquai. Am Mittwochmorgen waren 8 Personen im See. Entsprechend hat die Badeaufsicht auch zu tun, wie der Leiter Roger Herrmann sagt. Ausserdem sei die Situation nicht aussergewöhnlich. Damit müsse man in der Schweiz im Mai rechnen.

Im Mai wird es immer wieder kalt

Und tatsächlich: Ähnliche Wetterkapriolen gab es auch schon früher. «Es ist nicht normal, aber auch nicht extrem aussergewöhnlich», wie Felix Blumer von SRF Meteo sagt. Am 28. Mai 2007 schneite es bis auf 600 Meter hinab. In Zweilütschinen (BE) gab es Schnee. Grindelwald (BE) war gar von der Umwelt abgeschnitten, weil Bäume unter der Last des Schnees umstürzten.

Auch 2006 gab es noch bis anfangs Juni Schnee bis unter 1000 Meter. Sehr kalte Mai-Tage gab es zum Beispiel auch in den Jahren 1987 und 1961. Schnee und Nachtfrost Ende Mai ist also nicht ungewöhnlich. Petrus' Launen im Mai gehören zum Schweizer Klima.