Zum Inhalt springen

Walsterben in Neuseeland Gestrandete Wale können sich ins Meer zurückretten

Gestrandete Wale in Neuseeland
Legende: Trauriger Anblick: Für viele der gestrandeten Tiere kam jede Hilfe zu spät. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund 240 in Neuseeland gestrandeten Grindwalen ist es am Sonntag gelungen, ins offene Meer zurückzuschwimmen – die meisten befreiten sich durch die Flut selbst.
  • Eine andere kleine Gruppe wurde mit Hilfe von Booten ins tiefere Wasser geführt. Das teilte ein Sprecher der Naturschutzbehörde DOC mit.

Seit Donnerstagabend waren rund 650 Wale entlang der schmalen Landzunge Farewell Spit auf der Südinsel des Pazifikstaates gestrandet. 350 von ihnen verendeten, weitere 20 wurden eingeschläfert.

Über 500 freiwillige Helfer, unter ihnen Einheimische, Touristen und Schüler, hatten in den vergangenen Tagen versucht, die Tiere ins tiefere Wasser zurückzubugsieren. Dabei konnten Dutzende Tiere gerettet werden. Vor Einbruch der Nacht wurde die Aktion am Samstagabend aus Sicherheitsgründen jedoch vorübergehend gestoppt.

Legende: Video Wieder 200 Wale in Neuseelands Küste gestrandet abspielen. Laufzeit 00:20 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.02.2017.

Es ist nicht das erste Mal, dass Wale an der Küste Neuseelands stranden: Bereits im Februar 2015 waren am Strand von Farewell Spit 200 Grindwale gestrandet. Damals konnten 60 Tiere wieder ins Meer gebracht werden. Für die Grindwale stellt die Bucht vor der Küste Neuseelands auf ihrem Weg in den Nordwesten der Südinsel laut den Behörden tatsächlich eine Falle dar.

Flüchteten die Wale vor den Haien?

Warum die Grindwale an der Küste Neuseelands gestrandet sind, ist nach wie vor unklar. Die Walschutzorganisation Project Jonah hatte am Freitag die Vermutung geäussert, eine Kombination aus hohen Temperaturen und Erkrankungen könne die Ursache dafür sein.

Bekannt sind demnach Fälle, in denen Wale einem kranken Leittier ans Ufer folgten. Möglich wäre auch, dass das Echolot-System der Tiere von Unterwasserlärm oder anderen Faktoren gestört wurde. Die Naturschutzbehörde schloss ebenfalls nicht aus, dass die Wale vor Haien flüchteten. Bei einem Tier waren Bisswunden gefunden worden.

Derweil wollen Pathologen einige der toten Meeressäuger sezieren. Auf diese Weise wollen sie herausfinden, weshalb die Tiere tatsächlich gestrandet sind.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Danke an die grosse Ausdauer der Helfer. Menschen sind zu viel Gutem fähig, wenn sie von einer Idee überzeugt sind oder aus uneigennütziger Solidarität handeln. Viele Neuseeländer sind sehr verbunden mit dem Meer. Eine schöne Nachricht zum Ende des schlimmen Ereignisses.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kurt Häfliger (kurto1956)
    Schön sind die Freiwilligen für ihren Einsatz belohnt worden. Bei all den Erklärungsversuchen bleibt eine Frage zentral übrig: Weshalb schwimmen die Wale ausgerechnet auf die Küste zu und warum, wenn man es ja schon lange beobachten kann, kann mensch unter Wasser keine Abwehrmechanismen installieren, denke da an vorgelagerte Bojen, welche bestimmte Frequenzen ausstrahlen welche die Wale zur Umkehr veranlassen? Wäre doch eine Startup Idee!?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Sehr gut und ein grosses Chapeau den tapfeen und mutigen Lebensretter und Tierfreunden. Und den geretteten Walen wünsche ich ein freies, glückliches und langes Leben im Meer. Mögen in Zukunft keine Wale und andere Meerestiere mehr eines so grausamen Todes sterben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen