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Studie: Mehr kurzsichtige Kinder wegen Corona
Aus HeuteMorgen vom 09.04.2021.
abspielen. Laufzeit 03:04 Minuten.
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Gesundheit Pandemie schlägt auf Kinderaugen

Mehr am Bildschirm statt draussen: Die Zahl kurzsichtiger Kinder ist in der Pandemie auch in der Schweiz angestiegen.

Wie sehr schadet die Corona-Krise den Augen von Kindern? Sehr. Das zeigt eine repräsentative Studie aus China. Seit Corona gibt es dort deutlich mehr Kurzsichtigkeit bei Kindern, denn sie verbrachten im Lockdown mehr Zeit drinnen und am Bildschirm.

Auch in der Schweiz machen Augenärztinnen und Ärzte ungute Beobachtungen. Zum Beispiel im Tessin. «Wir verzeichnen mehr Fälle von kurzsichtigen Kindern, erklärt Lorenz Franscini, Präsident der Tessiner Sektion der Gesellschaft für Augenheilkunde. Besonders stark sei die Zunahme bei kleinen Kindern zwischen sechs und acht Jahren.

Bei Kindern zwischen sechs und acht ist die Zunahme besonders stark.
Autor: Lorenzo FransciniAugenarzt

Zu nah am Schirm

«Das macht uns Sorgen», sagt Franscini mit Blick auf die Folgeerkrankungen, welche die Kurzsichtigkeit mit sich bringen können, wie zum Beispiel eine Netzhautablösung.

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb jemand kurzsichtig werden kann: Die erbliche Veranlagung zum Beispiel, aber auch der Abstand, der zum Handy oder Tablet eingehalten wird. Für Kinder etwa wären da 40 Zentimeter angesagt.

Zu selten draussen an der Sonne

Das gerade jetzt so viele Kinder kurzsichtig werden, hat auch damit zu tun, dass sie zu wenig Zeit draussen verbringen, wie Franscini ergänzt. Denn mit dem Sonnenlicht wird Dopamin in der Netzhaut freigesetzt. Dies führt dazu, dass der Augapfel nicht zu stark wächst. Bei Kurzsichtigkeit ist der Augapfel zu stark gewachsen.

Im letzten Jahr verbrachten die Kinder wegen der Corona-Krise noch mehr Zeit drinnen an ihren Geräten. Das schlägt ihnen auf die Augen.

Ratschlag: die «20-20-2-Regel»

Davon ist auch Kristof Vandekerckhove überzeugt, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Augenheilkunde, auch wenn für die Schweiz und Europa noch repräsentative Studien fehlen würden: «Es gibt schon klare Hinweise, dass der Lockdown und andere Covid-19-Massnahmen die Zunahme von Kurzsichtigkeit weltweit noch beschleunigt haben.»

Egal ob die Kinder in der Stadt oder auf dem Land wohnen – Fachleute raten zur sogenannten «20-20-2-Regel», die Folgendes besagt: Nach 20 Minuten Lesen oder Gamen immer eine Pause von 20 Sekunden einlegen und in die Ferne schauen – und mindestens zwei Stunden pro Tag draussen verbringen.

Nationale Studien fehlen noch

Wie viele Kinder in der Schweiz kurzsichtig sind oder es bereits vor der Corona-Krise waren, weiss man nicht. Das Fehlen nationaler Studien bedauern Fachleute.

Die Pandemie hat aber auch in der Schweiz dazu geführt, dass noch mehr Kinder kurzsichtig werden. Wenn auch nicht im Ausmass von anderen Ländern, da der Lockdown in der Schweiz kürzer war, die Schulen nur im letzten Frühling geschlossen hatten und keine generellen Ausgangssperren bestanden.

HeuteMorgen, 09.04.2021, 06:12 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Dasselbe gilt für die Volskrankheit Wirbelsäule, seit Corona habe ich das Hata Yoga hochgefahen. Nun mache ich 6 Tage die Woche etwa 1-1,5 Stunden Yoga, nach der Arbeit. Am siebten ruhe ich. Ich habe 2 Serien entwickelt und nun mit 60ig habe ich die ganze Wirbelsäule gelösst. Sie fühlt sich an als wäre ich 30ig. Meine Thymusdrüse wird 6 mal pro Woche gedient. Was interessiert mich da ein Virus. Ich nehme weiterhin null Medis und fühle mich Vogelwohl.
  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Die zweitälteste Mieterin war 90ig nun ist sie ausgezogen. Die älteste ist 97ig und ist immer noch Wohnhaft alleine und hatte vor ein paar Jahren diese Sehschwäche. Dem Dokter ist aber aufgefallen dass es ein Jahr darauf viel besser war: Was haben Sie gemacht, war seine Frage. Die simple Antwort. Turnen. Leute sie war damals 94 ig. Echt bewegt euch und atmet durch bitte.
  • Kommentar von Joerg Lehmann  (lejo.moo3)
    Der Abstand zum Bilschirm ist eine Komponente. Der Bildschirm ist eine Ebene, die Augen sind nie gleich, also versucht jedes Auge sich scharf auf die Fläche inzustellen. Dieser "Kampf" endet sehr oft mit Kopfschmerzen. Die einzige Lösung ist eine Brille um die Sehschärfe anzupassen. Als ehemal. Bildschirmfachmann konnte ich vielen mit dieser Empfehlung helfen. Benutzer beklagten sich über Kopfschmerzen wegen der Bilschirmstrahlung, Problem waren aber die Augen. Gilt ebenfalls beim Bücher lesen.