«Golden Globes» im Zeichen des Terrors

Die glanzvolle US-Gala der Filmszene stand diesmal auch im Zeichen der Anschläge gegen die französische Satirezeitschrift «Charlie Hebdo». Stehende Ovationen bekam ein Plädoyer für die Meinungsfreiheit. Unter den Preisträgern sind «Boyhood». das Langzeit-Porträt einer Kindheit, sowie Julianne Moore.

Ein Mann hält das Schild Je suis Charlie vor.

Bildlegende: Zeichen setzen in Los Angeles: Filmmusik-Komponist Alexandre Desplat demonstrierte als einer von vielen Solidarität. Reuters

«Boyhood» hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. Das Porträt einer Kindheit, von Regisseur Richard Linklater über fast zwölf Jahre gedreht, setzte sich in Los Angeles gegen vier andere Filme durch.

Linklater erhielt auch den Preis als bester Regisseur für seine Arbeit. Er widme den Preis allen Eltern, die jeden Tag in der Erziehung ihrer Kinder das Beste geben, sagte er. «Boyhood» erzählt die Geschichte des sechs Jahre alten Mason, der im Laufe des Films zu einem jungen Erwachsenen heranreift.

Preis für Julianne Moore

Julianne Moore und Eddie Redmayne sind nach Ansicht der Auslandspresse in Hollywood die besten Dramaschauspieler des Jahres. Moore gewann für ihre Rolle im Alzheimer-Drama «Still Alice» den Golden Globe, Redmayne siegte als Forscher Stephen Hawking in «The Theory of Everything».

Die britisch-deutsche Filmkomödie «Grand Budapest Hotel» hat den Golden Globe als beste Filmkomödie gewonnen. Der Film von Wes Anderson setzte gegen den Favoriten «Birdman» und drei weitere Filme durch.

Zuvor haben bereits Michael Keaton und Amy Adams die Golden Globes als beste Schauspieler in einer Komödie oder einem Musical gewonnen. Michael Keaton siegte für seine Darstellung eines alternden Hollywood-Schauspielers in der Film-Satire «Birdman». Amy Adams erhielt den Preis für ihre Rolle im Kunstbetrüger-Film «Big Eyes».

«Fargo» ausgzeichnet

Die Fernsehserie «Fargo» erhielt den Golden Globe als beste Miniserie 2015. Die Krimigroteske basiert auf dem Film von Ethan und Joel Coen aus dem Jahr 1996. Die Serie bekam auch gleich noch einen anderen Preis, Billy Bob Thornton wurde als bester Schauspieler in einer Fernsehserie geehrt.

Beste Schauspielerin in einer Serie wurde Gina Rodriguez aus «Jane the Virgin». Die Serie dreht sich um eine gottesfürchtige junge Frau, die versehentlich künstlich befruchtet wird.

Standing Ovation für freie Meinungsäusserung

Grosses Thema an der Showveranstaltung waren auch die jüngsten Terrorschläge in Paris. Das Publikum quittierte ein Plädoyer der Veranstalter für die Pressefreiheit angesichts der jüngsten Ereignisse mit stehenden Ovationen. «Gemeinsam werden wir zusammenstehen gegen jeden, der das Recht auf freie Meinungsäusserung unterdrückt», sagte der Chef des Verbands der Auslandspresse in Hollywood, Theo Kingma. Das gelte für jeden Ort der Welt, «von Nordkorea bis Paris».

Er bezog sich damit nicht nur auf das Attentat auf die französische Satire-Zeitung «Charlie Hebdo», sondern auch auf den Hackerangriff auf den Filmkonzern Sony, der vermutlich im Zusammenhang mit der Nordkorea-Satire «The Interview» stand. Das Hollywood-Publikum der Preisverleihung in Los Angeles erhob sich bei Kingmas Worten. Einige Gäste trugen einen Anstecker mit der Aufschrift «Je suis Charlie» (Ich bin Charlie), darunter auch der Schauspieler George Clooney.