Hackerangriff gegen Hunderte Webseiten

Hacker haben Hunderte Webseiten grosser Internetunternehmen – darunter Amazon, Twitter, Netflix und Paypal – lahmgelegt. Laut dem angegriffenen Netzwerkdienst in den USA, DynDNS, waren zunächst vor allem die US-Ostküste betroffen und später auch Teile Europas. Die US-Bundespolizei FBI ermittelt.

Eingesteckte Netzwerkkabel.

Bildlegende: Die Hacker griffen die sogenannte DNS-Infrastruktur des US-Unternehmens DynDNS an. Keystone

Nach einer Cyberattacke sind die Webseiten grosser Internetunternehmen wie Twitter, Paypal, Netflix und Spotify gestern in Teilen der USA und Europas zeitweise nicht zu erreichen gewesen. Das US-Unternehmen DynDNS teilte mit, es untersuche eine Reihe von Angriffen auf seine DNS-Infrastruktur. Der Sprecher des Weissen Hauses, Josh Earnest, sagte, das Ministerium für Innere Sicherheit beobachte die Situation, könne über mögliche Urheber aber noch nichts sagen. Die US-Bundespolizei FBI hat Ermittlungen aufgenommen.

Das Domain Name System (DNS) ist ein wichtiger Dienst in Netzwerken. Es beantwortet Anfragen zur Namensauflösung. Die sogenannte DDoS-Attacke begann nach Angaben von DynDNS um 13.00 Uhr Schweizer Zeit. Der erste Angriff von etwa zwei Stunden habe vor allem die US-Ostküste betroffen. Später seien auch in Teilen Europas Webseiten ganz oder teilweise nicht mehr abrufbar gewesen.

Störungen auch in Japan

Bei einer DDoS-Attacke greifen mehrere Computer gleichzeitig und verbunden eine Webseite oder auch komplette Netzinfrastrukturen an.

In Europa war zeitweise auch Amazon betroffen. Die Ausfallkarte des Unternehmens zeigte Störungen in Deutschland, den USA und Japan. Karten der Seite downdetector.com zeigten, dass Twitter, Netflix und Paypal an beiden US-Küsten Ausfälle hatten. Ausserdem ging Twitter in Japan offline.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Die Schweiz ist ein wettbewerbsfähiges Land mit vielen Patenten.

    Schweizer Firmen sind interessant für Hacker

    Aus Echo der Zeit vom 10.6.2016

    Für Unternehmen ist das Internet unabdingbar. Doch die damit verbundene Vernetzung birgt auch Gefahren. Davon betroffen sind alle, auch kleine Firmen. Doch diese sind sich der Bedrohung durch Cyberkriminelle und Hacker oft gar nicht bewusst. Stimmen vom Swiss Economic Forum in Interlaken.

    Denise Schmutz

  • Experten gegen Hacker-Angriffe

    Aus Tagesschau vom 20.5.2016

    Dass sich Firmen oder auch staatliche Einrichtungen nicht immer wirksam gegen Hacker wehren können, zeigt der aktuelle Fall des Rüstungskonzerns Ruag: Der Bund hat für heute internationale Experten nach Lausanne eingeladen, um über die Gefahr aus dem Netz zu diskutieren.