Herr Premierminister: Taxi, bitte!

Seit acht Jahren hat er kein Auto mehr gelenkt. Für seinen Wahlkampf aber setzte sich Norwegens Premierminister Jens Stoltenberg hinters Steuer eines Taxis und versuchte so, inkognito die Meinung der Bevölkerung zu erfahren.

Wahlkampf der etwas anderen Art: Für einen direkten Kontakt mit der Bevölkerung hat sich Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg in einen Taxifahrer verwandelt. Inkognito und mit versteckter Kamera fuhr der Chef der Arbeiterpartei an einem Juni-Nachmittag Passagiere durch Oslo.

«Es ist wichtig für mich zu hören, was die Leute wirklich denken», erklärte der Politiker. «Und wenn es einen Ort gibt, an dem die Menschen ihre Meinung sagen, ist das ein Taxi.» Mehrere Kunden erkannten den berühmten Fahrer. Einer Frau beichtete er: «Ich bin seit acht Jahren nicht gefahren.»

Eine ältere Dame die Stoltenberg ebenfalls erkannte, wetterte gegen die «Millionengehälter der Chefs» und sagte, «als Regierungschef» müsse er etwas dagegen tun. Ein anderer Kunde sagte dem Fahrer, er gleiche aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet dem Ministerpräsidenten.