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Panorama Hilfe, unsere Alpen stürzen ein!

In den Schweizer Alpen haben sich diesen Sommer aussergewöhnlich viele Felsstürze ereignet. Verantwortlich dafür waren die hohen Temperaturen. Aber auch für den bevorstehenden Winter sagen Geologen grössere Felsstürze voraus.

Legende: Video In Evolène sind über 6000 Tonnen Gestein ins Tal gedonnert abspielen. Laufzeit 0:34 Minuten.
Vom 23.10.2015.

Es waren spektakuläre Bilder, die ein Felssturz im Walliser Eringertal Ende Oktober lieferte. 6000 Tonnen Gestein waren bei Evolène zu Tal gedonnert. Aussergewöhnlich war das Ereignis jedoch keineswegs. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) registrierte dieses Jahr aussergewöhnlich viele Felsstürze.

Warmer und nasser Sommer als Ursache

Die Forscher gehen davon aus, dass der heisse Sommer dafür mitverantwortlich war. 3,5 Grad über dem langjährigen Durchschnitt lag die Temperatur im Sommer 2015. In Kombination mit häufigen Gewittern und Regenfällen dürfte dies zu den Felsstürzen geführt haben. Die Lufttemperaturen erwärmten den Felsen und das Eis in den Spalten, was die Stabilität des Felsens schwächte. Andererseits übte das in Risse eingedrungene Wasser Druck aus, der die Felsen ebenfalls destabilisierte.

Die Felsstürze traten zu allen Tages- und Nachtzeiten und an allen Expositionen auf – ausser an Südhängen. Besonders häufig in Permafrostregionen oberhalb von 2500 Metern über Meer. Am meisten Felsstürze ereigneten sich Anfang August. Praktisch täglich konnten in dieser Zeit laut SLF Steinschläge von einem Ausmass von einigen Kubikmetern beobachtet werden.

Die Gefahr ist nicht gebannt

Trotz dem deutlichen Temperaturrückgang in den letzten Wochen erwarten die SLF-Experten weiterhin grössere Felsstürze. Grosse Felsmassen reagierten erst mit Verzögerung auf Temperaturänderungen, heisst es dazu in einer Mitteilung.

Ein Beispiel für ein grosses Ereignis im Winter ist der Bergsturz am Pizzo Cengalo in Graubünden im Dezember 2011. Damals donnerte rund 1,5 Millionen Kubikmeter Felsmaterial in die Tiefe.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Janos Mitschjeta (Janos Mitschjeta)
    Die Erde entsteht weiter, mit und ohne uns.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Die Erde ist bereits entstanden und sie wird auch ohne uns weiterbestehen, in welcher Form auch immer. Die Erde hat uns nicht nötig. Wir aber benötigen diese Erde um so weiter bestehen zu können. Ob wir das schaffen, ist nur noch nicht ganz klar.
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  • Kommentar von gabi bossert (goba)
    Gegenüber dem extrem heissen Sommer, gab es natürlich schon einen merklichen Temperaturrückgang. Aber es ist weiterhin äusserst trocken geblieben. Und noch nie habe ich hier vor Ort während der letzten 15 Jahre an einem 31.Oktober draussen einen wunderbar warmen und sonnigen Nachmittag auf dem Sitzplatz verbringen können. Da werden uns zukünftig sogenannte Naturschauspiele vielleicht auch bedrohen, wenn wir die Klimaveränderung nicht wahrnehmen und verändern helfen. Ohne Fingerzeig nach aussen.
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