Hitzesommer: Ab in die Berge

Der Hitzesommer hält weitere schlaflose Nächte bereit: Heute Donnerstag und Freitag sind wieder Tropennächte zu erwarten. Wer der Hitze entfliehen will, muss aufs Jungfraujoch – oder nach Samedan.

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Hitzerekord in der Schweiz

3:52 min, aus 10vor10 vom 16.7.2015

Hitze und kein Ende in Sicht: So lautet die Prognose für die nächsten Tage. Abgesehen von lokalen Gewittern am Wochenende bleibt es schön und heiss – und das noch mindestens bis am Freitag nächster Woche.

Wer jetzt gehofft hat, sich in der Nacht von den heissen Temperaturen zu erholen, wird enttäuscht – denn auch nachts wird es eher wieder wärmer. So könnte es wegen der schwülen Luft am Donnerstag und Freitag zu einer Tropennacht kommen, sagt Jan Eitel von SRF Meteo. Das heisst, die Temperaturen sinken nicht unter 20 Grad.

Eine Nacht bei kühlen 3 Grad

Wer also der Hitze entfliehen will, muss die Städte verlassen und sich Richtung Berge aufmachen. Der Piz Corvatsch oder das Jungfraujoch warten mit kühlen 11 Grad auf. Und wem das noch nicht reicht, der kann die Nacht auf dem Gipfel verbringen. Auf der Jungfrau ist es dann erfrischende 3 Grad kalt.

Doch selbst für jene, die Berggipfel lieber aus kritischer Distanz bestaunen, gibt es eine Lösung. Und die heisst Samedan. Im Engadiner Bergdorf ist es mit 24 Grad angenehm warm – und selbst nachts lässt es sich bei 7 Grad gut schlafen.

Der Sommer von 2003 bleibt unerreicht

Dank der hohen Temperaturen ist der Juli bisher vier bis fünf Grad wärmer als im Schnitt, sagt Jan Eitel von SRF Meteo. Und er ist – bis jetzt – auch drei Grad wärmer als der Juli des Jahrhundertsommers 2003 (siehe Grafik). «Dennoch wird dieser Sommer die Rekordtemperaturen von 2003 kaum erreichen», sagt Eitel. Der Grund: Damals gab es nicht nur im Juli und August sehr hohe Temperaturen; auch der Juni war bereits extrem heiss (siehe Grafik). «Weil es dieses Jahr Mitte Juni etwas kälter geworden ist, werden wir das wohl nicht mehr aufholen können.» Und wie der August wird, lasse sich ohnehin noch nicht vorhersagen.

Für einen anderen Rekord könnte es dennoch reichen: der des heisstesten Juli aller Zeiten. «Es könnte knapp werden, doch bisher sieht es ganz danach aus», sagt Eitel. Doch ob Rekord oder nicht – zumindest im Vergleich zum letzten Jahr schneidet der diesjährige Juli gut ab. Schon in der ersten Julihälfte gab es mehr Sonnenstunden, als es während des ganzes Julis 2014 gab.

Wetterkarte der Schweiz

Bildlegende: Zum letzten Mal kräftig geregnet hat es am 23. Juni. Seither gab es nur lokale Gewitter. SRF

Kein Tropfen seit über drei Wochen

Regnen wird es, abgesehen von lokalen Gewittern am Wochenende, noch eine Weile lang nicht. Eine Regenfront wird frühestens für nächstes Wochenende erwartet. Diese könnte dann auch für etwas Abkühlung sorgen.

Auch der letzte Regen ist schon eine Weile her (siehe Grafik): Seit über drei Wochen hat es in der Schweiz nicht mehr grossflächig geregnet.

Jan Eitel

Jan Eitel

Jan Eitel hat an der Universität Basel Geographie studiert mit der Spezialisierung Meteorologie. Seit 2006 arbeitet er bei SRF Meteo, seit 2007 moderiert er das Wetter auf dem Dach und auf verschiedenen Radiosendern.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Zu heiss für Schweizer Kartoffeln

    Aus Tagesschau vom 15.7.2015

    Besonders die Monate Juni und Juli sind für das Wachstum der Kartoffeln entscheidend. Herrschen dann optimale Bedingungen, können die Bauern auf eine gute Ernte hoffen. In diesem Jahr aber ist es für die Knollen zu heiss und zu trocken.