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Zum Schutz der Wildtiere Hunde müssen wieder an die Leine

Vom 1. April bis 31. Juli müssen Hundehalter wieder umschalten. Rehkitze und andere Jungtiere haben sonst gegen die domestizierten Spürnasen keine Chance.

Legende: Audio Hunde an die Leine! abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
1:43 min, aus HeuteMorgen vom 29.03.2017.
  • Ab kommenden Samstag müssen Hundehalterinnen und –halter ihre Vierbeiner im Wald und an Waldrändern anleinen.
  • Der gesetzliche Leinenpflicht gilt vom 1. April bis zum 31. Juli in den meisten Kantonen und dient dem Schutz von Wildtieren und ihren Jungen.
  • Mehrere hundert durch wildernde Hunde gerissene Rehkitze werden jedes Jahr registriert. Über andere Wildtiere wie Hasen und am Boden brütende Vögel gibt es keine Statistik.
  • Wildhüter und Tierschützer empfehlen, Hunde im und ums sensible Waldgebiet während des ganzen Jahres an die Leine zu nehmen.

Die Fakten: Wildtiere leben gefährlich. Rund 1400 Rehe kamen 2015 durch Mähmaschinen um, 444 Rehe wurden nachgewiesen durch wildernde Hunde gerissen.

Leinenpflicht für Hunde.
Legende: Im Wald an die Leine – das empfehlen Experten während des ganzen Jahres. Keystone/Archiv

Das sagt der Experte: Der eidgenössische Jagdinspektor Reinhard Schnidrig weist darauf hin, dass in der besonders sensiblen Zeit zwischen Anfang April und Ende Juli Jungtiere von wildernden Hunden besonders stark gefährdet sind. Und zwar deutlich stärker als von Grossraubtieren wie Wölfen und Luchsen.

Freilaufende Hunde verbreiteten zudem Panik in den Lebensräumen der Wildtiere. Hundepräsenz könne auch deshalb zur Entleerung solcher wertvoller Gebiete führen, betont Schnidrig.

Am ehesten finden Hunde, die bekanntlich Wolfsnasen haben, Jungtiere und töten sie. Das Problem wird unterschätzt.
Autor: Reinhard SchnidrigBundesamt für Umwelt (Bafu), Leiter Sektion Wildtiere und Waldbiodiversität

Gemeinsam geht es am besten: Jagd- wie auch Naturschutzorganisationen begrüssen die Leinenpflicht von April bis August in den meisten Kantonen. Vielerorts machen auch die organisierten Hundebesitzer mit. So etwa im Kanton Aargau, wo sich zudem Kynologen an einer Informationskampagne zur Leinenpflicht beteiligen – ganz zur Freude von Schnidrig.

Wenn sich die Wildtierkenner mit den Hundekennern zusammentun, kommt das auf jeden Fall gut.
Autor: Reinhard SchnidrigBundesamt für Umwelt (Bafu), Leiter Sektion Wildtiere und Waldbiodiversität

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Jeder Hund jagt !! Das ist die Natur, vor allem wenn sich etwas bewegt und flieht im Feld oder im Wald. Der Jagdhund benützt die Nase mehr, die anderen die Augen - doch jeder jagt. Also an die Leine - das ist die richtige Anleitung und gibt keinen Stress für Hund und Besitzer und vor allem nicht für das Wild.
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    1. Antwort von Fabienne Soguel (Triggerin)
      Stimmt nicht. Ich könnte ihnen mehrere Hunde aufzählen die bei z.B. einer Katze nicht mal mit der Wimper zucken
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    2. Antwort von Charles Morgenthaler (ChM)
      @P.Müller: ihre Aussage "jeder Hund jagt" hört man immer wieder, jeweils von Personen die keine Ahnung von Hunden haben. Ich bin jederzeit bereit zum Gegenbeweis mit meinem belg. Schäfer anzutreten. Kommen Sie mit mir, streifen Sie durch Feld und Wald. Weder ein auftauchendes Reh, noch eine Katze wird meinen, unangeleinten, Begleiter dazu bewegen sich von mir zu entfernen um hinterherzurennen. Bei vielen anderen Hundehaltern funktioniert das ebenso!
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  • Kommentar von Silke D. (Nordlicht)
    "Wunderbare" Kommentare die wieder mal zeigen, Einsicht um sich an erstellte Regeln und Verordnungen und Gesetze zu halten ist generell unter den Mitmenschen Mangelware! jeder weiss es besser und für jeden gilt natürlich die Ausnahme der Regel!
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Das erinnert mich an die Deutsche Dogge, die mit ihrem Frauchen im Wald spazieren ging. Als sie einen Jogger sah lief sie los, Frauchen hintendrein, laut rufend "chum zrügg!" und als die Dogge den Jogger geschnappt hatte kam Frauchen angeschauft "är macht nüt, er wot nume spile!"
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  • Kommentar von August Hager (August)
    Ich finde es richtig, fehlbare Hundehalter drastisch zu bestrafen. Total falsch ist es aber, alle anderen Hundehalter durch einen Leinenzwang mit zu bestrafen. Wir können uns nicht unserer "Freiheit" und "Selbstverantwortung" rühmen, wenn wir den Menschen ihre Selbstverantwortung wegnehmen. Das hinter diesem Vorgehen stehende Menschenbild ist das eines "Verbots-Staates" statt das Bild eines "Staates mit eigenverantwortlichen Menschen". Es grüsst der "Obrigkeits-Staat alter Schule"...
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