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Panorama Ikea verbannt lesbisches Paar aus eigenem Magazin

Zwei lesbische Frauen, die gemeinsam ein Kind in London aufziehen: Das ist für Ikea zu viel – zumindest in Russland. Es ist nicht das erste Mal, dass Ikea das eigene Magazin oder den Katalog zensiert.

Die Selbstzensur von Ikea geht in eine weitere Runde: In der Dezember-Ausgabe des Ikea «Family»-Magazins gibt es in 25 Ländern eine Reportage über zwei lesbische Frauen, die mit ihrem Kind in London leben – nicht aber in Russland.

Der Artikel stehe im Widerspruch zu den Gesetzen des Landes zur Schwulen- und Lesbenpropaganda, begründete Ikea den Entscheid. Man habe sich mit Rechtsexperten beraten und könne den Artikel nicht publizieren, weil die russische Gesetzgebung «Einschränkungen vorsieht, was die Förderung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften betrifft».

Frau wegretouchiert

Es ist nicht das erste Mal, dass Ikea Russland zuliebe Selbstzensur übt. Von der russischen Ikea-Internetseite wurde 2012 ein Foto gelöscht: Es zeigte vier Jugendliche, die sich bei einer Ikea-Werbeaktion bunte Sturmmasken im Stil der russischen Polit-Punkband Pussy Riot aufgezogen hatten.

Ebenfalls in vorauseilendem Gehorsam hatte der Möbelkonzern 2012 in der saudi-arabischen Ausgabe seines Katalogs Bilder von Frauen wegretuschiert. Daraufhin folgte postwendend die Entschuldigung: Das solle nicht wieder vorkommen, versicherte Ikea.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Frauke Schwieling, Zürich
    Der Artikel verstösst wohl gegen ein Gesetz in Russland - dann ist das keine Selbstzensur, sondern Zensur!
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  • Kommentar von Petra Waller, Flamatt
    Schade, da hätte IKEA, ein Millionenunternehmen, die Chance etwas zur Gleichberechtigung gerade in solchen Ländern beizutragen und nimmt sich damit gleich selbst aus dem Rennen.. Als Homosexuelle wirken solche Werbeprospekte in der Schweiz auf mich dann nur noch scheinheilig!
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Petra Waller: Bitte lesen Sie meinen Kommentar weiter unten. Warum sollte sich IKEA als Unternehmen wissentlich gegen bestehende Gesetze in Russland u. Saudi Arabien stellen? Bei allfälligen Boykotten und Sachbeschädigungen durch Extremisten in den jeweiligen Standorten kommt die Versicherung nicht auf, da eine entsprechende Reaktion von Seiten der Behörden oder Einzelpersonen absehbar war u. ist. Wieso verstehen Sie das nicht? Ersetzen Sie die Kosten und Aufwände der IKEA?
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  • Kommentar von David Gysel, Niederbüren
    Die genannten Fälle von Selbstzensur sind ethisch kaum über einen Leist zu schlagen. Gemeinsam ist allen drei Fällen, dass die Firma fragwürdigen Regimen und Justizsystemen gegenüber steht. Die aufgegebenen Symbole oder Themen stehen aber nicht auf einer Ebene. Im Fall von Saudi-Arabien geht es um die Gleichwertigkeit von Mann und Frau in ihrer menschlichen Existenz. Im aktuellen Fall gibt Ikea Werbung mit einer Verhaltensweise auf, die ohnehin nicht der menschlichen Natur entspricht.
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    1. Antwort von Otto Würz, Winterthur
      @Herr Gysel, was schreiben Sie da? Homosexualität entspricht sehr wohl der menschlichen Natur, das ist doch völlig offensichtlich. Sonst gäbe es ja keine Homosexuellen. Alles was Sie beim Menschen beobachten könnten entspricht der menschlichen Natur. So einfach ist das. Ob Ihnen das nun recht ist oder nicht.
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    2. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Herr Würz, wollen sie damit ausdrücken, dass Inzest, Pädophilie usw. somit auch zur menschlichen Natur gehören und "diskriminierender Weise" vom Staat verboten sind und aber legitim sein sollten? Ich bitte sie. Nicht alles was wir Menschen wollen und tun ist gut und/oder entspricht der Natur. Manches von uns Menschen ist gesellschaftlich destruktiv! Und haben sie schon mal gesehen wie zwei Löwen oder zwei Löwinnen miteinander Sex hatten?
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    3. Antwort von Nona Morala, Zürich
      Und in Russland geht es um die Gleichwertigkeit von Homosexuellen und Heterosexuellen in ihrer menschlichen Existenz.
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    4. Antwort von B. Küng, Seeland
      @ Knecht: wollen Sie den Homosexuellen unterstellen, dass sie automatisch auch pädophil sind und/oder inzestuöse Beziehungen pflegen?! Uebrigens, Homosexualität gibt es auch in der Tierwelt.
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    5. Antwort von Christian Schenk, Bern, BE
      @Herr Gysel. Erstens sind (Pädophilie), Inzest und Heterosexualität nicht minder oder mehr natürliche Neigungen als Homosexualität. Sie können Moral- und Ethikvorstellungen nicht mit Natur gleichsetzen. Und zweitens: Ja, Männliche Löwen haben miteinander Sex - ein Verhalten, dass übrigens in fast jeder intelligenteren Tierart, z.B. bei Affen, Delphinen, Giraffen, Schwänen, Pinguinen, etc oft beobachtet wird. Also informieren Sie sich doch bitte bevor Sie derart haarsträubende Aussagen machen.
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    6. Antwort von Andreas Abplanalp, Kerns
      ich sehe es ganz wie Herr Hans Knecht! Noch etwas: Das Resultat der "Homosexualität" ist Selbstzerstörung und absoluter Lug- und Trugschein! Wie können denn zwei Frauen ein Kind haben? Irgendwo war ja da ein Mann beteiligt! Also geht das mit der angeblich so schönen Homosexualität nach mindestens einer Generation zu ende - ganz einfach weil es keine Menschen mehr geben würde. Schon vor 2000 Jahren gab es Homosexualität - und es wurde auch da schon gestohlen - beides Sünden!
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    7. Antwort von Sascha Freitag, Thurgau
      War da nicht mal irgend etwas von wegen sexueller Revolution vor Jahrzehnten? Die Tendenz zeigt aber mittlerweilen so ziemlich in die andere Richtung. Die Gesellschaft wird von Tag zu Tag verklemmter. Ist wie mit den hüllenlosen Fotos der Jugendlichen übers Handy. Das Problem liegt bei den verklemmten Erwachsenen. Irgendwann ist zum guten Glück diese Generation ausgestorben und es besteht Hoffnung.
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