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Studie zeigt Zusammenhang zwischen Klima und Hitzewellen
Aus HeuteMorgen vom 08.07.2021.
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Internationales Forschungsteam Studie zeigt Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und Hitzewellen

Die Hitzewelle in Nordamerika sorgte für Aufsehen. Jetzt zeigt ein Forscherteam einen Zusammenhang mit der Erderwärmung.

Im Südwesten Kanadas wurde letzte Woche ein Hitzerekord gebrochen. Das Thermometer kletterte auf 49.6 Grad. Diese Temperatur liegt fast 5 Grad über dem bisherigen Höchstwert. Auch der Nordwesten der USA verzeichnete Rekordtemperaturen. In Kanada starben mindestens 700 Menschen an der Hitze.

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Aus dem Archiv: Hitzewelle sucht Kanada und USA heim
Aus Tagesschau vom 30.06.2021.
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Da stellt sich die Frage: Wie hängen solche Hitzewellen mit der Klimakrise zusammen? Ein internationales Forschungsteam ist genau dieser Frage nachgegangen. Die Forscherinnen und Forscher haben mit den Hitzedaten aus Kanada und den USA über 20 Simulationen durchgerechnet und verglichen.

Eine solch extreme Hitzewelle wäre früher praktisch unmöglich gewesen.
Autor: Sjoukje Philip Niederländisches Königliches Institut für Meteorologie

Die Ergebnisse sind eindeutig: «Ohne Klimaerwärmung wäre eine solche Hitzewelle 150 Mal seltener aufgetreten», erklärt Sjoukje Philip vom Niederländischen Königlichen Institut für Meteorologie. Nicht nur das, die Temperaturen wären auch 2 Grad tiefer gewesen. Für die Wissenschaftlerin ist deshalb klar: «Eine solch extreme Hitzewelle wäre früher praktisch unmöglich gewesen.»

 Hitzewellen bald alle fünf Jahre?

Allerdings ist ein solches Wetterereignis auch heute noch sehr unwahrscheinlich. Sehr grob geschätzt tritt so eine Hitzewelle wohl einmal alle 1000 Jahre auf. Doch mit den weiter steigenden Temperaturen könnte sich dies ändern, zeigen die Berechnungen.

Bereits bei weiteren 0.8 Grad Erderwärmung würde eine solche Hitzewelle künftig alle drei bis fünf Jahre auftreten. Sehr viele Erdregionen könnten davon betroffen sein, darunter auch die Schweiz, erklärt Philips Kollege Geert Jan van Oldenborgh.

Wir sind weit weniger sicher als noch vor zwei Wochen, wie das Klima Hitzewellen beeinflusst.
Autor: Geert Jan van Oldenborgh Niederländisches Königliches Institut für Meteorologie

Bisher hätten Klimatologen gedacht, sie wüssten, wie sich Hitzewellen mit der ansteigenden Klimaerwärmung verhalten würden, sagt Oldenborgh. Das extreme Wetterereignis habe dies allerdings geändert: «Wir sind weit weniger sicher als noch vor zwei Wochen, wie das Klima Hitzewellen beeinflusst.»

Die Forscher befürchten, dass mit der zunehmenden Klimaerwärmung bisher unbeachtete physikalische Effekte auftreten könnten. Die aktuellen Hitzewellenprognosen könnten die künftige Gefahr also noch unterschätzen.

Das sind keine guten Nachrichten, denn solche Hitzewellen stellen eine tödliche Gefahr dar. Allein der grossen Hitzewelle von 2003 in Europa sind schätzungsweise 30'000 bis 70’000 Menschen zum Opfer gefallen.

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Aus dem Archiv: Klimawandel bedroht Wasserschloss Schweiz
Aus Tagesschau vom 16.03.2021.
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HeuteMorgen, 08.07.2021, 06:00 Uhr

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99 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Feierabend  (Quantenmechanik)
    Ach ne - dann hat ja vorher niemand den Zusammenhang gesehen. Und jetzt? Wirdentlich vorwärts gemacht was Klimaschutz angeht?
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Die Wissenschaftler zeigen wichtige Forschungsergebnisse auf, die einen nachdenklich stimmen sollten. Klar soll man darob nicht in Panik oder in panischen Aktivismus ausarten. Was mich aber auch wieder hier in diesem Blog beelendet, ist, dass es Kommentierende gibt, die reflexartig diese Erkenntnisse der Wissenschaft zurückweisen und die Wissenschaftler für dumm verkaufen und es selber ohne sachlichen Hintergrund viel besser wissen wollen. Dieses Verhalten ist respektlos gegen anderes Leben.
  • Kommentar von Marti Müller  (Co2=Leben)
    Es ist einfach eine Zwängerei der Klimaschwurbler, das Co2 gesetz wurde abgelehnt, und das soll akzeptiert werden!
    1. Antwort von Markus Portmann  (ganz unaufgeregt)
      Die Gegner haben immer gesagt, dass Klimaschutz wichtig sei, aber anders erfolgen müsse. Gespannt warte ich auf konstruktive und mehrheitsfähige Vorschläge. Sonst steht der Verdacht im Raum, dass dies nur billige Ausrede war.
    2. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Marti Müller: Neben diesem unsachlichen „Zwängereianwurf“ darf ich vielleicht von Ihnen eine sachliche wissenschaftliche Gegendarstellung erwarten(gegen obigen Erkenntnisse). Wenn das Ihnen gelingen sollte, könnte man über „Zwängerei“ reden, aber eben in sachlicher Diskussion.