iPhone 7: Apple beerdigt den Kopfhörer-Anschluss

Was schon seit Wochen in der Gerüchteküche brodelte, ist nun wahr geworden: Apple killt den Anschluss für Kopfhörer. Eine Katastrophe für alle, die viel Geld in ein teures Headset investiert haben. Unser Care-Team hilft, das Trauma zu verarbeiten.

Mini-Jack Stecker, daneben Text "Mini-Jack 1964-2016"

Bildlegende: R.I.P.: Apple schickt den Kopfhörer-Anschluss mit 52 Jahren ins Grab. Neu wird per Bluetooth oder Lightning-Kabel Musik gehört. Collage SRF

Wie immer nach einer Katastrophe gilt auch hier: Ruhe bewahren!

Um den ersten Schock zu überwinden, leistet Apple selbst erste Hilfe: Apple liefert einen Konverter; ein Kabel, das zwischen neuem Lightning- und altem Kopfhörer-Anschluss vermittelt. Ebenfalls dabei sind Ohr-Stöpsel mit Kabel, die man am Lightning-Anschluss einstecken kann.

Lightning-Kabel oder Bluetooth

Fürs erste mag Apple mit diesen Sofortmassnahmen die Gemüter beruhigen. Doch auf die Länge ist der Konverter nicht wirklich eine befriedigende Lösung. Er macht das ohnehin schon mühsame Kabel noch unpraktischer. Offen ist noch, ob das Zwischenstück auch hohen Ansprüchen genügt.

Wer den alten Kopfhörer mit Mini-Jack-Stecker ersetzen möchte, der hat zwei Möglichkeiten: kabellose Bluetooth-Kopfhörer oder Kopfhörer mit Lightning-Kabel. Beide Lösungen haben ihre Vor- und Nachteile.

Das Erfreuliche zuerst: Bei beiden Lösungen wird sich die Klangqualität in vielen Fällen deutlich verbessern. Wandler und Verstärker, zwei Bauteile, die die Qualität entscheidend prägen, wandern nun vom Smartphone in den Kopfhörer. Die Hersteller haben dadurch die Möglichkeit, bessere Komponenten zu verwenden und diese auf die Lautsprecher abzustimmen. So lassen sich Unzulänglichkeiten der Lautsprecher ausgleichen.

Darüber hinaus haben Bluetooth und Lightning-Kabel ihre eigenen Vor- und Nachteile.

Kopfhörer mit Bluetooth-Verbindung

Vorteile:

  • Kein Kabelsalat.
  • Lässt sich mit Geräten vieler Hersteller nutzen, nicht nur mit denen von Apple.
  • Kann sich gleichzeitig mit mehreren Geräten verbinden und nahtlos hin- und herswitchen. Höre ich etwa Musik von meinen Notebook und erhalte einen Anruf auf mein Handy, so wechselt der Kopfhörer ohne mein Zutun automatisch zum Handy.

Nachteile:

  • Braucht zusätzliche Akkus, die geladen werden müssen.
  • Bei In-Ear-Kopfhörern kurze Laufzeiten, weil der Akku klein ist.
  • Tendenziell teurer wegen Akku.

Kopfhörer mit Lightning-Anschluss

Vorteile:

  • Kommt ohne Akku aus.
  • Laufzeit unbeschränkt.
  • Tendenziell günstiger.

Nachteile:

  • Immer noch Kabelsalat.
  • Kann nur mit Apple-Geräten verwendet werden.
  • Wechselt Apple im nächsten iPhone-Modell auf einen USB-C Anschluss, wird schon wieder ein Neukauf nötig.

Warum lässt Apple den Kopfhörer-Anschluss weg?

Dafür gibt es einen triftigen Grund: Platz sparen. Die Geräte werden immer komplexer, jeder zusätzliche Anschluss stört dabei. Ein weiterer Grund: Das iPhone 7 ist wasserdicht. Mit einer analogen Buchse, deren Geschichte bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, wäre das viel schwieriger zu erreichen gewesen.

Der Mini-Jack ist bloss der letzte aus einer ganzen Reihe überkommener Standards, die Apple in den letzten 40 Jahren zu Grabe getragen hat: Vom DVD-Laufwerk bis zur Tastatur am Smartphone. Viele dieser radikalen Änderungen haben zuerst zu einem Aufschrei geführt. Doch die Entrüstung hat sich jeweils erstaunlich schnell gelegt. Vermisst hat danach kaum jemand Disketten oder den seriellen Anschluss für das Modem.

Weitere Apple Neuerungen

  • Neuartiges Kamerasystem im iPhone 7 Plus: Fotos werden aus Bildern von zwei Kameras zusammengesetzt.
  • Die neuen Apple-Watch-Modelle sind wasserdicht, die teurere Ausführung verfügt über ein GPS.