«Japans Beethoven» entpuppt sich als Baron Münchhausen

Mamoru Samuragochi galt als einer der grössten Komponisten Japans. Weil er seit 20 Jahren taub ist, wurde er oft mit Beethoven verglichen. Doch nun kam heraus: Alles geschummelt, erstunken und erlogen. Taub ist er zwar, doch die Noten brachte ein anderer für ihn auf das Papier.

Der als «Japans Beethoven» bekannte taube Starkomponist Mamoru Samuragochi hat zugegeben, für seine Arbeit einen Ghost-Komponisten angeheuert zu haben. Samuragochi «bedauert zutiefst, dass er Fans betrogen und andere enttäuscht hat», hiess es in einer Erklärung seines Anwalts.

Der Komponist engagierte seinen unbekannten Helfer demnach bereits vor knapp 20 Jahren. Dieser habe rund die Hälfte seiner Werke mitkomponiert.

«Hiroshima»-Sinfonie wurde zur Hymne der Tsunami-Katastrophe

Samuragochi war Mitte der 90er-Jahre mit klassischen Kompositionen zu Videospielen wie etwa Resident Evil berühmt geworden. Mit 35 Jahren wurde er taub, setzte seine Arbeit aber fort.

Bekannt ist vor allem seine «Hiroshima»-Sinfonie, eine Ehrung der Opfer des Atombombenangriffs 1945. Später wurde das Stück zur Hymne für den Überlebenswillen der von der Tsunami-Katastrophe betroffenen Regionen.