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Panorama «Japans Beethoven» entpuppt sich als Baron Münchhausen

Mamoru Samuragochi galt als einer der grössten Komponisten Japans. Weil er seit 20 Jahren taub ist, wurde er oft mit Beethoven verglichen. Doch nun kam heraus: Alles geschummelt, erstunken und erlogen. Taub ist er zwar, doch die Noten brachte ein anderer für ihn auf das Papier.

Der als «Japans Beethoven» bekannte taube Starkomponist Mamoru Samuragochi hat zugegeben, für seine Arbeit einen Ghost-Komponisten angeheuert zu haben. Samuragochi «bedauert zutiefst, dass er Fans betrogen und andere enttäuscht hat», hiess es in einer Erklärung seines Anwalts.

Der Komponist engagierte seinen unbekannten Helfer demnach bereits vor knapp 20 Jahren. Dieser habe rund die Hälfte seiner Werke mitkomponiert.

«Hiroshima»-Sinfonie wurde zur Hymne der Tsunami-Katastrophe

Samuragochi war Mitte der 90er-Jahre mit klassischen Kompositionen zu Videospielen wie etwa Resident Evil berühmt geworden. Mit 35 Jahren wurde er taub, setzte seine Arbeit aber fort.

Bekannt ist vor allem seine «Hiroshima»-Sinfonie, eine Ehrung der Opfer des Atombombenangriffs 1945. Später wurde das Stück zur Hymne für den Überlebenswillen der von der Tsunami-Katastrophe betroffenen Regionen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Das meinte ich ja. Komponieren ist nicht dasselbe wie dirigieren. Während man mit Hilfe des inneren Ohres komponieren kann, braucht es zum Interpretieren das Gehör. Anlässlich eines Ferienaufenthaltes in den 80er Jahren in Wien besuchten wir im Vorort Mödling das Haus, worin Beethoven hie und da den Sommer verbrachte. Gegenüber befand sich zufälligerweise ein Hörgerätegeschäft. Heute hätte man dem Meister bestimmt helfen können. .,
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Der richtige Beethoven hat wenigstens seine Werke selber komponiert, eine Höchstleistung für einen Musiker, der seine Arbeit nicht kontrollieren konnte, würde man meinen. Aber das innere Ohr eines tauben Musikers ist derart trainiert und sensibilisiert, dass er die Werke genau "hören" kann. Auch während der berufl. Ausbildung lernt man, ohne Klavier Noten zu schreiben. Dirigieren und selber spielen war für den Meister bei fortgeschrittener bis völliger Taubheit allerdings nicht mehr möglich.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Ihre Worte stimmen zwar, aber als seine 9. Symphonie uraufgeführt wurde, liess es sich Beethoven nicht nehmen, selber auf dem Dirigentenpult zu stehen. Am Anfang lief alles noch erstaunlich gut, aber gegen das Ende - vor allem als der Chor einsetzte - geriet er trotzdem aus dem Takt. Zum Glück war das Orchester mit einem diskret hinten stehenden "Ersatzdirigenten" zusammen mit den Sängerinnen und Sängern auf diesen Fall vorbereitet und konnte alles zu einem guten Ende führen.
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